Funde in Ostfriesland Kokain am Strand - Spur nach Belgien?

Stand: 20.04.2017 09:45 Uhr

Mehrere Päckchen mit Kokain liegen auf einem Tisch. | Bildquelle: dpa
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In diesen so gut verschweißten Päckchen wollte jemand Kokain transportieren. Allerdings scheint dem Boten die Ware auf oder an der Nordsee abhanden gekommen zu sein.

Bei den auf den Ostfriesischen Inseln angespülten Kokain-Päckchen führt eine Spur offenbar nach Belgien. Wie NDR Info berichtet, könnten die Pakete in Zusammenhang mit einem Drogenfund in Belgien stehen. Dort waren Anfang April 25 Sporttaschen mit insgesamt 1,25 Tonnen Kokain aus der Nordsee geborgen worden. Marktwert: 60 Millionen Euro. Die damals in den Taschen gefundenen Päckchen sähen auf den ersten Blick genauso aus wie die ziegelsteingroßen Pakete, die jetzt auf Borkum, Baltrum und Norderney gefunden wurden, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Brügge auf Anfrage von NDR Info. Man wolle nun Kontakt mit der deutschen Polizei aufnehmen.

Möglicherweise werden weitere Päckchen angeschwemmt

Die ostfriesischen Behörden hatten zunächst gerätselt, was in den Paketen steckt. Am Mittwoch teilten die Polizeiinspektionen in Leer und Aurich sowie die Staatsanwaltschaft Aurich mit, dass es sich um Drogen handelt. Die Sicherheitsbehörden hatten den Inhalt der Pakete, ein weißes Pulver, überprüfen lassen. Nachdem vor etwa einer Woche die ersten neun Pakete am Strand von Borkum angespült worden waren, tauchten nun weitere auf Norderney und Baltrum auf. Wie eine Polizeisprecherin in Aurich sagte, seien etwa 20 Päckchen gefunden worden. Und möglicherweise werden es mehr. "Ich könnte mir vorstellen, dass noch welche angeschwemmt werden", sagte die Sprecherin.

"Suchen macht keinen Sinn"

Bis Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen wollen, dass es sich um Kokain in den Päckchen handelt. Grund könnte die Sorge gewesen sein, dass die Funde Drogendealer anlocken könnten. Auf Norderney ist jedoch bislang niemand aufgefallen. "Suchen macht keinen Sinn bei 17 Kilometern Strandlänge", sagte Gemeindesprecher Herbert Visser. Normale Passanten würden die Päckchen bei der Polizei abgeben. "Die können damit nichts anfangen, die werden doch nicht gleich zu Drogendealern", sagte Visser.

Mitnehmen hätte "strafrechtliche Konsequenzen"

Die Polizei ruft weiterhin dazu auf, die Päckchen zu melden. Außerdem weisen die Beamten daraufhin, dass "die unbefugte Mitnahme der Päckchen strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen wird", heißt es in einer Mitteilung.

Dieses Thema im Programm:
NDR Info | Aktuell | 20.04.2017 | 06:11 Uhr

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