Kirchentag in Berlin | Bildquelle: dpa

Kirchentag in Berlin Hohe Sicherheit für Gläubige

Stand: 24.05.2017 20:12 Uhr

Der Evangelische Kirchentag ist eröffnet. Zehntausende werden in Berlin und Wittenberg erwartet. Nach dem Anschlag von Manchester haben die Behörden ihr Sicherheitskonzept überprüft. Der Ratsvorsitzende Bedford-Strohm verspricht "so viel Sicherheit wie möglich".

Mit mehreren Open-Air-Gottesdiensten und unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen hat in Berlin der 36. Evangelische Kirchentag begonnen. Zu dem fünftägigen Treffen unter dem Motto "Du siehst mich" erwarten die Veranstalter bis Sonntag 140.000 Menschen - darunter auch den Ex-US-Präsidenten Barack Obama. Veranstalter und Sicherheitsbehörden erklärten, dass nach dem Terroranschlag von Manchester das Sicherheitskonzept noch einmal überprüft worden sei. Im Ergebnis soll besonderes Augenmerk auf das Ende einer Veranstaltung gerichtet werden.

Sicherheitsmaßnahmen auf dem Kirchentag in Berlin
tagesschau 20:00 Uhr , 24.05.2017, Justus Kliss, RBB

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Das neue Konzept sieht vor, dass Sicherheitskräfte künftig nicht nur am Eingang kontrollieren, sondern auch die Menschenmassen überprüfen, die Veranstaltungen verlassen. Das erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in der "Bild". "Dafür sollten die Besucher Verständnis haben und Geduld aufbringen."

Bei einem Selbstmordanschlag auf die nach Hause strömenden Besucher eines Popkonzerts in der britischen Stadt Manchester waren am Montagabend 22 Menschen getötet worden.

"Hunderprozentige Sicherheit gibt es nicht"

"Im Moment gibt es keine Anzeichen für eine verstärkte Gefahr in Berlin", sagte Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Auch der Berliner Innensenator Andreas Geisel sagte, es gebe keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag. Gleichwohl halte die Terrorgefahr an. Der SPD-Politiker sagte: "Wir sind professionell aufgestellt, wir sind gut vorbereitet." Hundertprozentige Sicherheit könne man aber nicht versprechen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte im Bayerischen Rundfunk: "Ich glaube, dass man vertrauen kann, auch denen, die das jetzt lange vorbereitet haben, dass die das Menschenmögliche getan haben." Allerdings gelte auch: "Absolute Sicherheit gibt's nirgendwo."

Heinrich Bedford-Strohm
galerie

"Absolute Sicherheit gibt's nirgendwo", sagt der EKD-Vorsitzende Bedford-Strohm.

Bedford-Strohm verteidigt AfD-Teilnahme

Den beim Kirchentag geplanten Auftritt von Vertretern der AfD verteidigte der EKD-Vorsitzende. Gesprächsverbote brächten nichts, sagte er im SWR. Es handle sich um Menschen, denen zugehört werden müsse und die ernst genommen werden müssten. Wer allerdings rassistische Thesen vertrete oder Antisemitismus erkennen lasse, der habe keinen Platz auf dem Kirchentag. Unter anderem soll am Donnerstag auf dem Kirchentag der Berliner Bischof Markus Dröge mit Anette Schultner vom Bundesverband Christen in der AfD diskutieren. Beim Katholikentag vor einem Jahr in Leipzig war die AfD explizit ausgeladen.

Der Kirchentag in Zahlen

- 2473 Veranstaltungen an 204 Orten bietet das Programm
- 106.381 Dauerteilnehmer, dazu werden 38.000 Tagesgäste erwartet
 - 98 Euro kostet die Erwachsenen-Dauerkarte, 33 Euro eine Tageskarte
 - 12.000 Berliner lassen Kirchentagsteilnehmer privat bei sich übernachten
 - Bis zu 60.000 Teilnehmer schlafen in Klassenräumen von 200 Schulen
 - Auf 35.000 Papphockern können Kirchentagsteilnehmer Platz nehmen
 - 5500 ehrenamtliche Helfer, darunter die Pfadfinder, die traditionell zum Kirchentag gehören
 - 22,01 Millionen Euro umfasst der Haushalt des Kirchentages, davon rund zwölf Mllionen Euro aus öffentlichen Mitteln.

Im Zeichen der Reformation

Das Protestantentreffen, zu dem bis Sonntag in der Bundeshauptstadt 140.000 Dauerteilnehmer sowie zusätzlich Zehntausende Tagesbesucher erwartet werden, steht in diesem Jahr im Zeichen des 500. Reformationsjubiläums. Rund 2500 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, darunter Gottesdienste, Bibelarbeiten, Diskussionsrunden mit Politikern, Vorträge, Konzerte und Ausstellungen. Zum Abschluss fahren am Wochenende viele Gläubige rund 100 Kilometer weiter nach Wittenberg, um dort am Sonntag einen großen Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern.

Stargast Obama

Auch der frühere US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen am Donnerstag gemeinsam vor dem Brandenburger Tor auftreten. Zur Eröffnung am heutigen Abend sind drei Freiluftgottesdienste in Berlin geplant: am Brandenburger Tor, vor dem Reichstagsgebäude und auf dem Gendarmenmarkt. Dort soll auch der Opfer von Manchester gedacht werden. De Maizière ordnete eine bundesweite Trauerbeflaggung an.

Sicherheitskonzepte in Deutschland werden überprüft
M. Reiche, ARD Berlin
24.05.2017 09:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Mai 2017 um 06:23 Uhr

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