Entnahme einer Wasserprobe in der Region Hannover (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Resistente Keime in Badegewässern Weiter forschen statt kontrollieren

Stand: 09.03.2018 18:08 Uhr

Die Bundesländer wollen vorerst die Kontrolle von Badegewässern auf antibiotika-resistente Keime nicht ausweiten. Die zuständigen Fachexperten empfehlen, zunächst weitere Forschungen abzuwarten.

Von Christian Baars, Oda Lambrecht, NDR

Die für die Badegewässer zuständigen Fachexperten aus Bund und Ländern haben diese Woche in Düsseldorf über den Fund von multiresistenten Keimen bei Stichproben durch den NDR beraten. Sie empfehlen, dass in den beiden kommenden Jahren weitere Forschungen durchgeführt werden, im Rahmen von freiwilligen Sonder-Messprogrammen. Ein solches will unter anderem das Land Nordrhein-Westfalen starten. Eine routinemäßige Kontrolle der Badegewässer auf das Vorkommen von antibiotika-resistenten Keimen halten die Fachexperten derzeit jedoch nicht für sinnvoll.

Multiresistente Keime in deutschen Bächen, Flüssen und Badeseen
tagesschau 20:00 Uhr, 06.02.2018, Oda Lambrecht/Christian Baars, NDR

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Einheitliche Standards fehlen

Ein Problem aus Sicht der Fachexperten ist, dass es bislang keine einheitlichen Standards für Untersuchungen auf multiresistente Keime gibt. Zunächst sollen deshalb die Ergebnisse eines bereits laufenden bundesweiten Forschungsprojekts abgewartet werden. Sie sollen voraussichtlich im Frühjahr 2019 vorliegen.

Der Bund Länder Arbeitskreis (BLAK) Badegewässer hatte über eine Ausweitung der Überwachung diskutiert, nachdem der NDR in einer Stichprobe in Niedersachsen in verschiedenen Gewässern multiresistente Keime gefunden hatte - unter anderem auch an zwei offiziellen Badestränden.

Gesundheitsrisiko in seltenen Ausnahmefällen

Deshalb soll nun das Umweltbundesamt eine Empfehlung für Badegäste noch vor dem Start der Saison erarbeiten. Darauf haben sich die Fachexperten von Bund und Länder verständigt. Aus ihrer Sicht ist ein individuelles gesundheitliches Risiko beim Baden durch multiresistente Erreger in seltenen Ausnahmefällen denkbar.

Auch die Bundesregierung hat in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen mitgeteilt, es könne nicht ausgeschlossen werden, "dass insbesondere bei Personen, die nach medizinischen Maßnahmen nur über eine geschwächte Immunabwehr verfügen, antibiotikaresistente Erreger auf badende Menschen übertragen werden und es zu Erkrankungen kommt".

Wissenschaftler sehen darüber hinaus das Risiko, dass solche Keime weitertransportiert und beispielsweise in Kliniken oder Pflegeheime eingeschleppt werden können, wo besonders gefährdete Menschen liegen. Ärzte zeigten sich deshalb angesichts der Ergebnisse besorgt. Das Robert-Koch-Institut sprach insgesamt von alarmierenden Befunden.

Auch Trinkwasser gefährdet?

Die Grünen wollen nun die Bundesregierung auffordern, gemeinsam mit den Bundesländern die Entstehung und Verbreitung multiresistenter Keime verstärkt zu erforschen. Einen entsprechenden Antrag, der dem ARD Magazin Panorama vorliegt, will die Grünen-Fraktion in den Bundestag einbringen. Sorge bereitet ihr demnach, dass multiresistente Keime möglicherweise auch eine Gefahr für das Trinkwasser sein könnten. Denn knapp 15 Prozent werde direkt aus Oberflächengewässern wie Seen, Talsperren oder Flüssen gewonnen, so die Grünen-Abgeordneten.

Die Bundesregierung sieht hier jedoch keine besondere Gefahr. Durch verschiedene Maßnahmen sei gewährleistet, dass im Trinkwasser Krankheitserreger nicht in Konzentrationen enthalten seien, welche die menschliche Gesundheit beeinträchtigten, schreibt sie in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Grünen. Es sei zwar nicht "gänzlich auszuschließen, dass im Einzelfall antibiotikaresistente Mikroorganismen in geringen Konzentrationen im aufbereiteten Trinkwasser vorhanden sein könnten". Aber eine Infektion darüber sei "nach aktuellem Kenntnisstand sehr unwahrscheinlich", so die Bundesregierung.

Über diese Thema berichtet die Sendung Panorama - die Reporter im NDR Fernsehen am 6.2.2018, um 21:15 Uhr.

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