Flüchtlinge in einem Integrationskurs

Integrationsbericht Ein guter Weg mit vielen Baustellen

Stand: 09.12.2016 15:59 Uhr

Deutschland macht beim Thema Integration Fortschritte - zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Lagebericht zur Integration. Bei der Bildung zum Beispiel steigen die Chancen für Migranten. Doch trotzdem bleibt noch viel zu tun.

Bei der Herausforderung der Integration befindet sich Deutschland aus Sicht der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoguz, auf einem guten Weg. Vor allem im Bereich der Bildung gebe es deutliche Fortschritte.

Der alle zwei Jahre erhobene sogenannte Lagebericht zur Integration umfasst die Entwicklung zwischen Juni 2014 bis zum Juli diesen Jahres im gesellschaftlichen und sozialen Umfeld, aber auch auf der wirtschaftlichen oder rechtlichen Ebene.

Zahlen zu Asylanträgen in Deutschland
tagesschau 17:00 Uhr, 09.12.2016, Jörg Hertle, BR

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Mehr Abiturienten, weniger Schulabbrecher

Als positives Signal wertete Özoguz, dass im vergangenen Jahr 17 Prozent aller Schulabgänger mit Migrationshintergrund ihre Schullaufbahn mit dem Abitur abschließen konnten. Im Jahr 2010 lag die Quote noch bei neun Prozent. Auch die Zahl der mittleren Schulabschlüsse nahm in diesem Zeitraum um fünf auf insgesamt 43 Prozent zu, die Zahl der Migranten, die die Schule abbrachen, ging hingegen von 16 auf zwölf Prozent zurück.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz. | Bildquelle: dpa
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Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, sieht vor allem im Bereich der Bildung Fortschritte.

Auch die finanzielle Unterstützung für Länder und Kommunen hob Özoguz lobend hervor: Um Integrationskurse anzubieten, standen diesen 2016 knapp 560 Millionen Euro zur Verfügung. Im vergangenen Jahr betrugen die Zuschüsse nur 269 Millionen Euro. Rund 98.500 Menschen schlossen 2015 erfolgreich einen solchen Kurs ab, 69.000 davon auf einem Niveau, das die Voraussetzungen für den Erhalt eines dauerhaften Bleiberechts erfüllt.

Keine Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt

Doch es gibt noch immer viele Punkte, bei denen "noch viel aufzuholen" sei, betonte Özoguz. Denn auch, wenn die Zahl der Schulabschlüsse von Zuwanderern laut Lagebericht gestiegen ist, haben Jugendliche und junge Migranten danach auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt immer noch stärker zu kämpfen als Bewerber mit deutschen Wurzeln. So werden Migranten seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen - im Vergleich in zwölf Prozent weniger Fällen als Bewerber ohne Migrationshintergrund. Und noch immer sei die Arbeitslosenquote unter den Zuwanderern mit rund 14 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die der Deutschstämmigen, kritisierte Özoguz. Auch das Armutsrisiko sei bei Migranten konstant hoch geblieben, so die SPD-Politikerin weiter.

Sorge über "raues Klima" in Deutschland

Besorgt äußerte sich Özoguz über die Zunahme von Rechtspopulismus und Ausländerfeindlichkeit in Deutschland. Das Klima sei "deutlich rauer geworden", "menschenfeindliche Straftaten" hätten zugenommen. Man dürfe die Sorgen der Bevölkerung "weder ignorieren, noch vorschnell als Ausländerfeindlichkeit abstempeln". Darum sei es die Pflicht der Politik, den Menschen aufzuzeigen, dass niemand aufgrund der wachsenden Zahl an Flüchtlingen schlechter gestellt werde.

In Deutschland leben laut jüngsten Erhebungen 17,1 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, knapp die Hälfte von ihnen besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Den größten Anteil unter den Zuwanderern nehmen Menschen aus der Türkei, aus Polen und aus Russland ein.

Hinweis: In einer vorigen Version des Artikels hatten wir im vierten Absatz irrtümlicherweise falsche Zahlen verwendet. Wir haben die Stelle nun korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. Dezember 2016 um 13:03 Uhr und 14:02 Uhr.

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