Kombiimpfstoff gegen Masern, Röteln und Mumps

Koalition will Masernwellen verhindern Kita-Verbot für Nichtgeimpfte

Stand: 14.06.2015 10:32 Uhr

Keine Impfpflicht, aber mehr Druck - so will die Koalition den Impfschutz verstärken. Unter anderem können nichtgeimpfte Kinder künftig von Kitas oder Schulen ausgeschlossen werden, wenn dort die Masern ausbrechen. So sollen Masernwellen verhindert werden.

Union und SPD wollen den Impfschutz in Deutschland verstärken. Darauf hat sich die Koalition laut übereinstimmenden Berichten mehrer Medien geeinigt. Schon am kommenden Donnerstag soll der Bundestag über die Änderungen im Präventionsgesetz entscheiden.

Kinder ohne Impfschutz könnten demnach künftig von Kitas, Schulen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen ausgeschlossen werden, wenn dort die Masern ausbrechen. Generell müssen Eltern vor der Erstaufnahme ihrer Kinder eine ärztliche Beratung über den Impfschutz schriftlich nachweisen. Fehlt dieser Nachweis, könnten künftig Bußgelder fällig werden.

Impfungen in Bonusprogrammen

Außerdem sollen Arbeitgeber in medizinischen Einrichtungen nach den Vorschlägen die Möglichkeit bekommen, den Impfstatus abzufragen und Mitarbeiter bei fehlendem Impfschutz nicht mehr in bestimmten Bereichen einzusetzen.

Auch soll die Teilnahme an Schutzimpfungen in die Bonusprogramme der Krankenkassen aufgenommen werden.

"Wir wollen mehr Verbindlichkeit beim Impfen", sagt der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn. Einen so massiven Masernausbruch wie dieses Jahr dürfe es in Deutschland nicht wieder geben. "Unser Ziel ist, dass möglichst alle Kinder in Kindergärten und Schulen gut geimpft sind."

Bei der größten Masernwelle in Berlin seit Jahren hatten sich seit vergangenem Oktober mehr als tausend Menschen mit dem Virus angesteckt. Ein Kleinkind war an den Folgen gestorben.

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