Gedenken an den 20. Juli 1944 in Berlin | Bildquelle: OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX/Shutt

Gedenken an 20. Juli 1944 Widerständler als Vorbild gegen Populisten

Stand: 20.07.2018 17:21 Uhr

Der Anschlag auf Hitler vor 74 Jahren ist gescheitert, die Attentäter erschossen. Heute wurde ihrer gedacht - auch mit Blick auf Europa und die Gefahr, die von Populisten ausgeht.

Von Ramona Schlee, ARD-Hauptstadtstudio

Das Musik-Korps der Bundeswehr leitet die Feierstunde ein. Mit dem Stück "Poppies for fallen heroes" legen sie musikalisch Mohnblumen nieder - für die ermordeten Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.

Gedenken an Widerstand des 20. Juli 1944
tagesschau 20:00 Uhr, 20.07.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Am Rande des Innenhofs weht eine deutsche Flagge. Diese Fahne stehe heute für Menschlichkeit, sagt Außenminister Heiko Maas in seiner Ansprache. Ein chinesischer Menschenrechtsaktivist habe ihm das vor kurzem erst so gesagt. "Diese Sätze - vor 74 Jahren wären sie undenkbar gewesen. Deutschlands Fahne war damals das Banner der Tyrannei und der Niedertracht. Menschlichkeit und Deutschland - dazwischen klaffte ein unüberbrückbarer Gegensatz", so Maas.

Gedenken an den 20. Juli 1944 in Berlin | Bildquelle: OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX/Shutt
galerie

Auch Verteidigungsministerin von der Leyen und Außenminister Maas nahmen an der Gedenkfeier zum 20. Juli 1944 teil.

Mehr Mut gefordert

Neben der deutschen weht die europäische Flagge im sommerlichen Wind. Und dieses Europa macht allen, die hier im Bendlerblock sitzen, in dem die Widerständler damals erschossen wurden, Sorgen. Es sei bedroht, sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

Er bedankt sich bei den Angehörigen und Nachkommen der Widerständler vom 20. Juli. Diese hatten heute einen Aufruf im "Tagesspiegel" veröffentlicht. "Ihre Initiative, liebe Angehörige", sagt er, "den Widerstandsakt des 20. Juli gerade heute, in einer Situation der Zerrissenheit von Europa wieder in den Rahmen der europäischen Idee einzubetten, ist ein großartiges Anliegen."

400 Menschen unterzeichneten den Aufruf. Sie werben für ein geeintes Europa, das weiterhin für Werte wie Humanität, Solidarität und Gerechtigkeit steht. Im Moment gebe es zu viel Abschottung, beklagen die Unterzeichner. Sie fordern mehr Mut und Zivilcourage, um Freiheit  und Demokratie zu verteidigen. Der Aufruf komme genau zur richtigen Zeit, sagt Friedrich-Wilhelm von Hase, dessen Vater am Attentat gegen Hitler beteiligt war und ebenfalls hingerichtet wurde.

Gegen Untergangsszenarien Fakten setzen

Soldaten mit einem Kranz zum Gedenken an den 20. Juli 1944 | Bildquelle: dpa
galerie

Soldaten legten einen Kranz nieder.

Von Hase beklagt, dass die Menschen Europa zu wenig wertschätzten. "Da muss man einfach mal auf einen Soldatenfriedhof gehen und sehen, woraus das alles erwachsen ist. Wir müssen uns vergewissern, was war, um das zu beurteilen und zu würdigen, was ist."

Sich einmischen, mit Rechtspopulisten diskutieren und gegen ihre Untergangsszenarien Fakten setzen: Da fange Zivilcourage bereits an, sagt Maas. Dazu brauche es kein Märtyrertum, nur eben eine Stimme.

Ganz still wurde es während der Schweigeminute für die Menschen, die gegen die Nazis gekämpft und ihr Leben dabei gelassen haben. Die älteste anwesende Angehörige erhebt sich mühevoll - gestützt von einem Begleiter - aus ihrem Rollstuhl. Noch gibt es diese Zeitzeugen, deren bloße Präsenz das Erinnern einfordert. Junge Menschen müssten dieses Andenken bewahren, mahnt Maas. Am besten in ganz Europa.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Juli 2018 um 17:00 Uhr.

Darstellung: