Polizeiaufgebot gegen Übergriffe von Gegnern der Asylunterkunft in Heidenau (Archivaufnahme vom 21.08.2015). | Bildquelle: dpa

Ausländerfeindliche Randale vor einem Jahr Haftstrafen nach Krawallen in Heidenau

Stand: 14.11.2016 18:32 Uhr

Sachsen steht wegen fremdenfeindlicher Übergriffe im Fokus. Der Ort Heidenau erlangte traurige Berühmtheit, als es dort im Sommer 2015 zu ausländerfeindlichen Krawallen kam. Drei Männer wurden jetzt zu Haftstrafen verurteilt. Sie sollen Steine und Böller auf Polizisten geworfen haben.

Wegen ihrer Beteiligung an ausländerfeindlichen Krawallen im sächsischen Heidenau hat das Amtsgericht Pirna drei Männer zu Haftstrafen verurteilt. Die Anklage legte den damals 20, 26 und 32 Jahre alten Angeklagten zur Last, im August 2015 Steine, Flaschen, Böller und eine Baustellenabsperrung in Richtung von Polizisten geworfen zu haben.

Der älteste Angeklagte soll nach dem Richterspruch für zwei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis, ein Mitangeklagter ein Jahr und acht Monate. Der jüngste erhielt eine Jugendstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung. Er bekam zur Auflage, in der dreijährigen Bewährungszeit 1800 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht eine Flüchtlingsunterkunft in Heidenau
galerie

Am 26. August 2015 besuchte Kanzlerin Merkel besucht die Flüchtlingsunterkunft in Heidenau.

Bundesweites Entsetzen

Bei gewalttätigen Protesten gegen die Einrichtung eines Flüchtlingsheims in einem leerstehenden Baumarkt waren am 20. und 21. August vergangenen Jahres 33 Polizisten zum Teil schwer verletzt worden. Die massiven Ausschreitungen hatten bundesweit für Entsetzen gesorgt. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel wenige Tage später die Einrichtung besuchte, wurde sie von Einheimischen übel beschimpft.

Die Angeklagten standen wegen schweren Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung und unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen vor Gericht. Die Richter folgten mit dem Schuldspruch den Anträgen der Staatsanwaltschaft, stellten jedoch fest, dass die Baustellenteile von anderen Tatbeteiligten geworfen wurden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandadio Kultur am 21. August 2016 um 12:14 Uhr

Darstellung: