Tweet der Polizei Mannheim zum Einsatz in Heidelberg | Bildquelle: AFP

Heidelberger Todesfahrt Polizei prüft beleidigende Tweets

Stand: 26.02.2017 14:22 Uhr

Beleidigungen, Gerüchte, Falschinformationen: Die Polizei hat ungewöhnlich direkt auf derartige Tweets nach der Todesfahrt von Heidelberg reagiert. Nun prüft sie, gegen die Absender vorzugehen.

Zu den Aufgaben der Polizei gehört, die Öffentlichkeit im Falle einer Gefahr zu informieren. Inzwischen macht sie das auch über die sozialen Netzwerke. So geschehen am Samstag, als in Heidelberg ein Pkw in eine Menschenmenge raste. Dabei kam ein Mensch ums Leben, zwei Personen wurden verletzt, der Fahrer wurde mit einem Schuss durch die Polizei an seiner Flucht gehindert.

Der Vorfall beschäftigte zahlreiche Twitternutzer. Stundenlang hatte die Polizei mit Anfragen aus dem In- und Ausland zu tun - allerdings auch mit ausfallenden Tweets. So wollte ein User nicht nur wissen, wie der Täter aussehe und woher er stamme, sondern forderte die Polizei auf: "Erzählen Sie die ganze Wahrheit oder halten Sie ihr Maul."

Die Mannheimer Polizei konterte:

Polizei Mannheim @PolizeiMannheim
@felsenkiefer Gute Kinderstube vergessen oder nie genossen? Alles zu seiner Zeit, sprich, wenn die Ermittlungen so weit sind.

Doch diese Ansage, auf Informationen zu warten, bis die Ermittlungen Aussagen zuließen, reichte einigen Twitternutzern offensichtlich nicht. Rassistische Äußerungen zu einem noch unbekannten Tatverdächtigen wurden ebenso verbreitet wie Verdächtigungen über einen "muslimischen Terroristen", der für die Todesfahrt verantwortlich sei.

Nach vielen geduldigen Reaktionen auf zahlreiche Tweets stellten die Beamten dann aber klar:

Polizei Mannheim @PolizeiMannheim
#Heidelberg #Bismarckplatz:
Und
nun noch mal für alle:
#Tatverdächtiger: Deutscher OHNE Migrationshintergrund!


Nun prüft die Mannheimer Polizei, ob sie gegen die Absender von beleidigenden und anstößigen Beiträgen vorgehen kann. "Wir werden uns einzelne Meldungen anschauen und nach ihrem strafbaren Inhalt bewerten", sagte Polizeisprecher Norbert Schätzle.

Neben den zahlreichen negativen Tweets gab es von vielen anderen Twitternutzern aber auch reichlich Lob für die Arbeit der Beamten vor Ort und des Social-Media-Teams.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Februar 2017 um 18:26 Uhr

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