Untersuchung einer Schwangeren | Bildquelle: dpa

Internationaler Tag der Hebammen Mehr Geld - und mehr Zeit für die Gebärenden

Stand: 05.05.2017 14:21 Uhr

Neun Monate sind in manchen Regionen sehr wenig Zeit, wenn es darum geht, für die Geburt eine Hebamme zu finden. Denn wegen der schlechten Arbeitsbedingungen haben viele Geburtshelferinnen den Job inzwischen aufgegeben.

Von Lydia Jakobi, ARD-Hauptstadtstudio

Zu Ostern geriet eine Hebamme aus dem Rheinland mit einem Facebook-Posting in die Schlagzeilen. Wer sich ein Kind wünsche, solle es besser nicht über die Feiertage zeugen, empfahl sie. Denn dann komme das Baby womöglich zu Weihnachten auf die Welt, und da sei es noch viel schwieriger, eine Hebamme zu finden als ohnehin schon.

Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, beschreibt das Problem so: "Ich komme aus Hessen, Vogelsberg, ländliches Gebiet, da haben jetzt sämtliche kleine Krankenhäuser zugemacht. Die Frauen müssen mindestens 50 Kilometer fahren in die nächste geburtshilfliche Abteilung. Vor allem im Winter, wenn Schnee liegt, haben sie ein Problem. Bestimmt kommt bald das eine oder andere Kind im Auto zur Welt."

Hebammen schlagen Alarm
Mittagsmagazin, 05.05.2017, Reinhard Weber, BR

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Eine in Vollzeit arbeitende Hebamme betreut nach Angaben des Verbandes pro Jahr rund 100 Geburten. In Großbritannien und Norwegen sind es nur 30 Geburten. Und in den Kreißsälen laufen oft drei bis vier Geburten gleichzeitig ab, sagt Susanne Steppat, die im Hebammenverband für die festangestellten Kolleginnen in den Kliniken zuständig ist. Man sei ganz weit entfernt von einer Eins-zu-Eins-Betreuung während der Geburt.

Das Kreuz mit der Haftpflichtversicherung

Von den 23.000 Hebammen in Deutschland arbeiten aber über 70 Prozent freiberuflich - für vergleichsweise wenig Geld: Weniger als zehn Euro bekommen sie pro Stunde netto. Hinzu kommen hohe Beiträge für die Berufshaftpflicht: Ab Juli zahlen freischaffende Hebammen 7639 Euro im Jahr, wenn sie direkt bei der Entbindung helfen. Vor zehn Jahren waren es noch 6000 Euro weniger. Einen Großteil müssen die Krankenkassen zwar erstatten, übrig bleiben aber trotzdem noch rund 2000 Euro Eigenanteil.

Betreuung eines Neugeborenen | Bildquelle: dpa
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Viele Hebammen bieten inzwischen nur noch die Vor- und Nachsorge an.

Viele freischaffende Hebammen kümmern sich deshalb nur noch um die Vor- und Nachsorge, nicht aber um die Geburt selber. Martina Klenk sagt: "Was ganz dringend erforderlich ist, ist eine Lösung im Bereich der beruflichen Haftung und der dadurch entstehenden betrieblichen Kosten, und die Hebammen können nur eine langfristige berufliche Perspektive haben, wenn das Haftungsproblem endlich dauerhaft gelöst wird."

Am 19. Mai soll in einem Schlichtungsgespräch zwischen den Hebammen und dem Spitzenverband der Krankenkassen über eine bessere Vergütung verhandelt werden. Vielleicht ist das ein Ansatz, den seit Jahren festgefahrenen Konflikt aufzulösen.

Hebammen fordern mehr Geld und Eins-zu-Eins Betreuung

04.05.2017 16:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Mittagsmagazin am 05. Mai 2017 um 13:00 Uhr.

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