Geldpakete bei der Bundesbank

23,7 Milliarden plus Rekordüberschuss im Staatshaushalt

Stand: 23.02.2017 09:01 Uhr

Das robuste Wirtschaftswachstum hat dem deutschen Staat im vergangenen Jahr den höchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung beschert. Trotz der Kosten der Flüchtlingskrise verbuchten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen ein Plus von 23,7 Milliarden Euro.

Der deutsche Staat hat den höchsten Haushaltsüberschuss seit der Wiedervereinigung erwirtschaftet. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen im vergangenen Jahr 23,7 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung fiel das Plus mit 0,8 Prozent des BIP höher aus als die im Januar geschätzten 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Höchster Überschuss in Sozialversicherung

Die öffentliche Hand profitierte dabei vor allem von dem kräftigen Wirtschaftswachstum und der niedrigen Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr. Allein in den Monaten von Oktober bis Dezember stieg das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent. Trotz der enormen Kosten der Flüchtlingskrise verbuchte der Bund ein Plus von 7,7 Milliarden Euro nach 10 Milliarden im Jahr zuvor. Auch Länder und Gemeinden nahmen deutlich mehr ein, als sie ausgaben. Den höchsten Überschuss erzielte 2016 die Sozialversicherung mit 8,2 Milliarden Euro.

Getragen wurde das Wachstum der größten Volkswirtschaft Europas im vierten Quartal 2016 von der Konsumfreude der Verbraucher, den Ausgaben des Staates, unter anderem für die Unterbringung von Flüchtlingen, sowie dem Bauboom. Obwohl die Exportwirtschaft ein Rekordjahr hinlegte, bremste der Außenhandel das Wirtschaftswachstum - die Importe stiegen stärker als die Exporte.

Gute Aussichten für 2017

Die deutsche Wirtschaft geht damit mit Rückenwind in das laufende Jahr. Die Bundesbank erwartet einen schwungvollen Auftakt: "Das Wachstum der deutschen Wirtschaft dürfte sich im ersten Jahresviertel 2017 weiter verstärken", hieß es im jüngsten Monatsbericht der Notenbank. Der Boom am Bau dürfte sich fortsetzen und der Privatkonsum dank der niedrigen Arbeitslosigkeit eine wichtige Wachstumsstütze bleiben.

Auch in der deutschen Wirtschaft war der Optimismus zuletzt gewachsen. Trotz protektionistischer Töne von US-Präsident Donald Trump und des bevorstehenden Ausscheidens Großbritanniens aus der Europäischen Union stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar. "Offensichtlich lassen sich die deutschen Unternehmen ihre Laune nicht verderben, so lange nicht klar ist, was genau Trump unternehmen wird", vermutete Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Februar 2017 um 08:30 Uhr.

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