Münzen werden über ein rotes Portemonnaie gehalten | Bildquelle: dpa

Kabinettsbeschluss Hartz-IV-Satz steigt

Stand: 06.09.2017 16:02 Uhr

Hartz-IV-Bezieher sollen ab 1. Januar 2018 mehr Geld bekommen. Das beschloss das Bundeskabinett heute. Kritiker bezeichnen die Anpassung der Regelsätze an die Lohn- und Preisentwicklung als nicht ausreichend.

Alleinstehende Langzeitsarbeitslose bekommen im kommenden Jahr sieben Euro mehr im Monat. Der Hartz-IV-Regelsatz erhöht sich somit auf 416 Euro. Auch Kinder aus Hartz-IV-Haushalten sollen höhere Sätze erhalten, nämlich 240 Euro statt 237 Euro im Monat bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres. Die Grundsicherung für Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren erhöht sich um 5 Euro auf 296 Euro. Der Satz für Jugendliche unter 18 Jahren soll ebenfalls um fünf Euro angehoben werden - auf dann 316 Euro.

"Klarer und transparenter Mechanismus"

Das Bundesarbeitsministerium berechnet den Regelsatz auf Basis relevanter Preise und der Nettolohn- und Nettogehaltsentwicklung, so Andrea Nahles (SPD). Die Anpassung erfolge nach einem "klaren und transparenten Mechanismus", so die Arbeitsministerin. Die Anstrengungen der Politik zielten darauf, die Hilfebedürftigkeit der Menschen zu beenden.

Wohlfahrtsverbände kritisierten den Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger in der Vergangenheit als zu niedrig. Der Paritätische Wohlfahrtsverband forderte, die Grundsicherung auf 520 Euro im Monat zu erhöhen. Die Diakonie erachtet einen Satz von 556 Euro monatlich als wünschenswert. "Der Abstand zur gesellschaftlichen Mitte muss fair festgelegt, nicht ausgetrickst werden. Dabei muss eins klar sein: Das unbedingt zum Leben Notwendige darf nicht zur Disposition gestellt werden."

Darstellung: