Eine Hand am Smartphone, die andere am Lenkrad des Fahrzeuges | Bildquelle: dpa

Pläne des Verkehrsministers Dobrindt will Tablet-Verbot am Steuer

Stand: 18.11.2016 11:54 Uhr

Während der Autofahrt E-Mails bearbeiten, SMS tippen oder mit dem Tablet im Internet surfen - all das soll unter Strafe gestellt werden. Bis jetzt droht nur für das Halten eines Mobiltelefons ein Bußgeld, doch Bundesverkehrsminister Dobrindt will das Verbot ausweiten.

Bereits jetzt droht Autofahrern, die während der Fahrt ein Handy am Ohr halten, ein Bußgeld. Nun will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Handyverbot deutlich ausweiten. Künftig sollen auch die Nutzung von Tablets, E-Book-Readern und Videobrillen sowie Tätigkeiten wie das SMS-Schreiben während der Fahrt ausdrücklich verboten werden.

Bis zu 100 Euro werden dafür fällig, so die Pläne des Bundesverkehrsministeriums, die dem ARD-Hauptsstadtstudio vorliegen. In schweren Fällen drohen bis zu 200 Euro Bußgeld und bei Sachbeschädigung oder der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer sogar ein einmonatiges Fahrverbot. Und auch für Radfahrer wird es teurer: Sie zahlen für das Telefonieren künftig 55 Euro, bis jetzt sind es 25.

Ablenkung - größtes Unfallrisiko

Weil sich unsere Mediennutzung verändert, gibt es bereits seit Monaten Überlegungen, die Straßenverkehrsordnung anzupassen. Nun ist der Gesetzentwurf fertig. Bisher ist lediglich verboten, das Handy zu nehmen und damit zu telefonieren. Das kostet 60 Euro und bringt einen Punkt in Flensburg. "Ablenkung ist eines der größten Unfallrisiken", so Dobrindt: "Wir ändern die Verkehrsregeln so, dass sie auch neuere technische Entwicklungen berücksichtigen".

Ausdrücklich erlaubt bleibt aber Technik, die die Verkehrssicherheit nicht gefährdet, so etwa die Sprachsteuerung, Vorlesefunktion oder sogenannte Head-Up-Displays, bei denen Informationen im Sichtfeld des Autofahrers eingeblendet werden. Ablenkung am Steuer ist eine der Hauptursachen für Unfälle. Wer im Stadtverkehr fünf Sekunden aufs Handy blickt, ist 70 Meter im Blindflug unterwegs.

Mit Informationen von Jens Wiening, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. November 2016 um 05:00 Uhr

Darstellung: