Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel

Festnahme in Neuss Möglicher Terror-Komplize wird vernommen

Stand: 23.01.2017 09:42 Uhr

Er steht im Verdacht einem 17-jährigen Terrorverdächtigen aus Wien bei den Vorbereitungen für einen Anschlag in Österreich geholfen haben: Ein im rheinischen Neuss gefasster 21-jähriger möglicher Komplize soll heute verhört werden.

Nach der Festnahme eines 21-jährigen Terrorverdächtigen im rheinischen Neuss soll der Mann heute verhört werden. Außerdem werden die Datenträger untersucht, die am Samstag bei der Festnahme beschlagnahmt worden waren, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. Die Polizei hatte in der Wohnung des Mannes offenbar Computer und Handys beschlagnahmt.

Der 21-Jährige steht im Verdacht, einem 17-jährigen Terrorverdächtigen aus Wien bei den Vorbereitungen für einen Anschlag in Österreich geholfen haben. Die beiden Männer sollen in der Neusser Wohnung mit Mitteln zur Herstellung von Sprengstoff experimentiert haben. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hatte den 21-Jährigen und seine Frau am Samstagabend in ihrer Wohnung festgenommen. Die Frau wurde später wieder freigelassen. Der Mann kam in Untersuchungshaft wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Gegen ihn war am Sonntagabend Haftbefehl ergangen.

Am Freitag hatte die österreichische Polizei den 17-jährigen Niederösterreicher mit albanischen Wurzeln in Wien festgenommen. Er soll einen Terroranschlag in der Hauptstadt geplant haben, womöglich auf eine U-Bahn. Die Ermittler vermuten einen radikal-islamistischen Hintergrund. Ausländische Geheimdienste hatten die Behörden über einen drohenden Anschlag und den Wiener Verdächtigen informiert. 

Auch Anschlag auf Bundeswehrziele geplant?

Der Tatverdächtige aus Wien habe als Gast bei dem Mann in Neuss übernachtet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf. Besprochen hätten die beiden möglicherweise auch Anschläge in Deutschland gegen Bundeswehrziele. "Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, wie weit der 21-Jährige in die Pläne des in Österreich festgenommenen Mannes eingebunden war", erklärte der Sprecher des Innenministeriums in Düsseldorf.

Die Bundesanwaltschaft hat zurzeit nicht vor, die Ermittlungen gegen den 21-Jährigen an sich zu ziehen. Anders wäre es, wenn sich der Verdacht der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer Terrorvereinigung bestätigen würde, etwa bei der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), sagte ein Sprecher der Behörde in Karlsruhe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Januar 2017 um 12:00 Uhr.

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