Das CDU-Logo leuchtet an der Fassade der Parteizentrale in Berlin | Bildquelle: picture alliance / Silas Stein/d

Großspenden an Parteien Millionen für CDU und FDP

Stand: 25.12.2017 11:12 Uhr

Im Wahljahr 2017 haben Konzerne, Verbände und Gönner die Parteien mit Millionen Euro unterstützt. CDU und FDP profitierten am meisten von Großspenden. Drei Parteien im Bundestag gingen leer aus. Die größte Spende kam von einem Internet-Unternehmer.

Im Wahljahr 2017 haben CDU und FDP mit Abstand die meisten Großspenden erhalten. Für die CDU summierten sich die meldepflichtigen Spenden oberhalb der Grenze von 50.000 Euro kurz vor Weihnachten auf fast 2,9 Millionen Euro. Die FDP erhielt insgesamt rund 1,9 Millionen Euro. Das geht aus einer Aufstellung der Bundestagsverwaltung hervor.

Mehr Großspenden als im Wahljar 2013

An die FDP floss damit nach einer Auswertung des Vereins Lobbycontrol von Wirtschaftsunternehmen und vermögenden Unterstützern mehr als doppelt so viel Geld wie im Bundestagswahljahr 2013. Auch die CDU profitierte von höheren Spenden als vor vier Jahren. Insgesamt lagen die Großspenden 2017 um etwa ein Drittel höher als im Wahljahr 2013.

Großspender an die FDP waren diesmal etwa der Arbeitgeberverband Südwestmetall sowie der Unternehmer Hans-Georg Näder, Chef des Prothesenherstellers Otto Bock. Näder überwies in zwei Tranchen insgesamt 200.000 Euro an die FDP sowie weitere 100.000 Euro an die CDU.

Höchste Einzelspende ging an die CDU

Internetunternehmer Ralph Dommermuth | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Internetunternehmer Ralph Dommermuth überwies die größte Einzelspende des Jahres an die CDU.

Die höchste Spende des Jahres - eine halbe Million Euro - überwies der Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth auf das Konto der CDU. Aus der BMW-Großaktionärsfamilie Quandt gingen 200.000 Euro jeweils zur Hälfte an CDU und FDP. Die höchste Großspende an die CDU kam vom früheren Chef des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck, Hans-Joachim Langmann. Er überwies im Juni insgesamt 370.000 Euro an die CDU. Daneben erhielt die CDU Großspenden unter anderem vom Medienmanager Georg Kofler, vom Verband der Chemischen Industrie und vom Autokonzern Daimler.

Insgesamt gingen im Jahr 2017 an die im Bundestag vertretenen Parteien rund 5,5 Millionen Euro an Großspenden, die laut Parteiengesetz sofort der Bundestagsverwaltung gemeldet und veröffentlicht werden müssen. Die Parteien wurden allerdings von der Großspendern sehr unterschiedlich unterstützt.

Grüne mit höheren Großspenden als die SPD

An die Grünen gingen 373 000 Euro - verteilt auf drei Einzelpersonen -, an die SPD nur 350.000 Euro - darunter allein 100.000 Euro vom Autokonzern Daimler und hohe fünfstellige Summen vom Konzern Evonik und vom Verband der Chemischen Industrie.

CSU, die Linkspartei und AfD gingen bei den meldepflichtigen Großspenden leer aus. Allerdings hatte die CSU 2016 kurz vor Jahresende noch eine Großspende verbucht - ebenso wie die AfD.

Endgültiger Überblick erst 2019

Aus Sicht des Vereins Lobbycontrol sind die bisher öffentlichen Zahlen nur ein "Bruchteil" der tatsächlich geflossenen Großspenden an die Parteien im Wahljahr 2017. Der deutliche größere Teil werde erst Mitte 2019 bekannt, wenn die Rechenschaftsberichte der Parteien für 2017 veröffentlicht werden.

Dem Parteiengesetz zufolge müssen Spenden, die im Kalenderjahr die Summe von 10.000 Euro übersteigen, im Rechenschaftsbericht der Partei verzeichnet sein. Erst dann werde beispielsweise sichtbar, wenn Spender sechsstellige Beträge in mehreren Tranchen überwiesen haben, die für sich genommen immer unter der sofort veröffentlichungspflichtigen Grenze von 50.000 Euro blieben, wie Annette Sawatzki von Lobbycontrol in Köln der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Dezember 2017 um 11:00 Uhr.

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