Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, SPD | Bildquelle: dpa

Nach Regierungsstreit Hendricks will Glyphosat beschränken

Stand: 12.12.2017 09:18 Uhr

Auch wenn Deutschland auf EU-Ebene einer Verlängerung der Glyphosat-Zulassung zugestimmt hat, kämpft Umweltministerin Hendricks weiter gegen das Unkrautvernichtungsmittel. Sie will den Einsatz "so weit wie möglich beschränken", sagte sie im ARD-Morgenmagazin vor der heutigen Bundestagsdebatte.

Die SPD will den Einsatz von Glyphosat trotz der Zulassung auf EU-Ebene "so weit wie möglich beschränken". Das sagte die amtierende Umweltministerin Barbara Hendricks im ARD-Morgenmagazin. Hersteller, die das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel verkaufen wollen, müssten dafür künftig eine Genehmigung einholen. Diese werde von einem Amt erteilt, welches dem Landwirtschaftsministerium unterstellt sei, sagte Hendricks. Die Zulassung müsse jedoch im Einverständnis mit ihrem Ministerium erteilt werden.

Umweltministerin Hendricks zum Glyphosat-Streit
Morgenmagazin, 12.12.2017

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Glyphosat-Streit im Bundestag

Zwischen Union und SPD war es in der geschäftsführenden Regierung zu heftigem Streit gekommen, weil Landwirtschaftsminister Christian Schmidt gegen das Nein der SPD für eine Verlängerung der Zulassung auf EU-Ebene gestimmt hatte. Der CSU-Minister war dafür von Kanzlerin Angela Merkel wegen Verstoßes gegen die Regeln der Regierung gerügt worden.

Heute wird im Bundestag über das Thema Glyphosat debattiert. Grüne, FDP, Linke und auch die SPD haben Anträge zum Umgang mit dem Unkrautvernichtungsmittel in Deutschland eingereicht.

Ein Traktor besprüht ein Feld mit dem Pestizid Glyphosat zur Unkrautvernichtung. | Bildquelle: picture alliance / Steven Lüdtk
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Ein Traktor besprüht ein Feld mit Glyphosat zur Unkrautvernichtung. Das Herbizid wirkt sich laut Hendricks negativ auf die Artenvielfalt aus.

Hendricks will "ganz aus Glyphosat aussteigen"

Im ARD-Morgenmagazin bekräftigte Hendricks ihre Glyphosat-kritische Haltung: "Wir werden das so weit als irgend möglich beschränken. Das ist ganz klar. Aber mein Ziel ist, dass wir ganz aus Glyphosat aussteigen", sagte die Umweltministerin. Als Hauptgrund für ihren Widerstand nannte sie die Artenvielfalt, die durch das "Totalherbizid" in Gefahr sei. Die Nahrungskette in der Natur sei durch Glyphosat bedroht.

Die SPD will ein sofortiges Verbot der Anwendung für Privatleute sowie generell in Haus- und Kleingärten, auf öffentlichen Flächen und in geschlossener Ortschaften erreichen. Alle Anträge zum Thema sollen nach einer Debatte zunächst zur weiteren Beratung in den Hauptausschuss gehen. Da es derzeit keine feste neue Koalition gibt, die in der Regel geschlossen abstimmt, könnte sich die SPD auch unabhängig von der Union Mehrheiten suchen.

"Konflikt zwischen Fakten und Werten"

Aus Sicht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) stellen Kritiker von Glyphosat ihre persönlichen Überzeugungen vor wissenschaftliche Erkenntnisse. Menschen, die den Einsatz des Unkrautvernichters ablehnten, befänden sich "in einem Konflikt zwischen Fakten und ihren eigenen Werten, aber anstatt ihre Werteinstellungen zu ändern, versuchen sie, die Fakten in Verruf zu bringen", sagte der Efsa-Direktor Bernhard Url.

"Bei allem, was wir heute wissen, ist Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend. Punkt. Das sagen wir auf der Grundlage von fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen", erklärte Url. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation hatte das Herbizid im März 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für den Menschen eingestuft. Wie die Efsa sehen allerdings auch die Chemikalienagentur Echa und das Bundesinstitut für Risikobewertung keine ausreichenden Belege für eine solche Gefährdung.

Über dieses Thema berichtete das Morgenmagazin am 12. Dezember 2017 um 07:09 Uhr.

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