Eine leere Schaukel | Bildquelle: dapd

Kriminalstatistik Tausende Kinder Opfer von Gewalt

Stand: 05.06.2018 16:02 Uhr

Sexueller Missbrauch und schwere Misshandlungen: Laut polizeilicher Kriminalstatistik werden Tausende Kinder in Deutschland Opfer von Gewalt. Dutzende Kinder wurden im vergangenen Jahr sogar getötet.

Trotz intensiver Ermittlungen der Polizei und jahrelangen Aufklärungskampagnen werden immer noch Tausende Kinder in Deutschland Opfer von Gewalttaten und sexuellem Missbrauch. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 4247 Kinder, die schwer misshandelt wurden (2016: 4237). Im vergangenen Jahr waren 1830 Kinder jünger als sechs Jahre alt. 143 Kinder wurden getötet (2016: 133).

Diese Zahlen aus der polizeilichen Kriminalstatistik stellten der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, und Kinderhilfe-Chef Rainer Becker vor.

Kinderpornografische Kriminalität nimmt zu
tagesthemen 22:15 Uhr, 05.06.2018, Sandra Tzschaschel, HR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Hohe Dunkelziffer

13.539 Kinder wurden im Jahr 2017 als Opfer von Vergewaltigungen und anderer sexueller Gewalt erfasst. Die Polizei zählte zudem 16.317 Fälle des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornographischem Material.

Den Angaben zufolge wird allerdings nur ein Teil der Misshandlungen von Kindern überhaupt bekannt. Häufig schlagen Eltern oder andere Verwandte Kinder. Auch Missbrauch geschieht häufig in Familien. Die Täter werden oft nicht angezeigt. Münch und Becker sprachen von einem großen Dunkelfeld bei derartigen Taten.

80.000 Webseiten mit Missbrauchsabbildungen

Nach Angaben der Internet Watch Foundation (IWF) - einer gemeinnützigen Organisation aus Großbritannien - ist die Zahl der aufgefundenen Webseiten mit Abbildungen von Kindesmissbrauch im Jahr 2017 gegenüber 2016 um 35 Prozent auf mehr als 80.000 Seiten gestiegen. Jede dritte Seite zeigt schwere Verbrechen: Folter und Vergewaltigungen. 55 Prozent der Kinder sind jünger als zehn Jahre, 85 Prozent sind Mädchen.

Gefahren für Kinder und Jugendliche ergeben sich auch aus den Kommunikationsmöglichkeiten im Internet. Aus der vom Bundesfamilienministerium geförderten MiKADO-Studie - Missbrauch von Kindern, Ätiologie (Ursachen), Dunkelfeld, Opfer - geht hervor, dass jeder Dritte der befragten Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren im vergangenen Jahr mindestens eine Erfahrung von sexueller Online-Annäherung gemacht hat.

Dazu zählen Gespräche über Sex, Handlungen via Webcam (Cybersex) und das Versenden erotischer Bilder. Nahezu jede, beziehungsweise jeder dritte Jugendliche empfand mindestens einen dieser Kontakte als belastend. Fast jeder sechste Jugendliche berichtete von sexuellen Online-Annäherungen durch Erwachsene, Mädchen häufiger als Jungen.

Pressekonferenz der Deutschen Kinderhilfe und des Bundeskriminalamtes | Bildquelle: dpa
galerie

BKA-Chef Holger Münch, Mitte, und Kinderhilfe-Chef Rainer Becker, rechts, in Berlin. Nur ein Teil der Misshandlungen von Kindern wird überhaupt bekannt.

Erwachsene täuschen Jugendliche

Erwachsene, die zugeben, sich im Internet Kindern und Jugendlichen sexuell zu nähern - das sind fünf Prozent der Internetnutzer - täuschen die Jugendlichen, indem sie etwa behaupten, sie zu kennen. Das größte Risiko gehen Jugendliche ein, die sich mit den ihnen Unbekannten tatsächlich treffen. Ein Viertel derer, die sexualisierte Online-Kontakte hatten, tun das.

Früh werden Kinder und Jugendliche auch mit Pornografie konfrontiert - 40 Prozent der für die MiKADO-Studie befragten Jugendlichen sind bereits als Kind erstmals mit Online-Pornografie konfrontiert worden. Fast die Hälfte (47 Prozent) gaben an, Pornografie mindestens einmal von einem Erwachsenen erhalten zu haben. Wer ihnen die Abbildungen schickt, wissen die meisten Jugendlichen nicht (52 Prozent).

Ein zunehmendes Phänomen sind erzwungene sexuelle Handlungen Minderjähriger live vor Webcams, die zusätzlich gespeichert und verbreitet werden. Nach einer IWF-Auswertung von 2000 Bildern und Videos waren 98 Prozent der Kinder jünger als 14 Jahre und 96 Prozent Mädchen.

Darstellung: