Hausarzt beim Blutdruckmessen | Bildquelle: picture alliance / dpa

Patienten-Studie Deutsche sind Vorsorgemuffel

Stand: 12.04.2018 16:14 Uhr

Fast die Hälfte aller Bundesbürger verzichtet laut einer Umfrage auf Vorsorgeuntersuchungen. Vor allem Männer vermeiden den Kontrollgang zum Arzt. An Ausreden mangelt es den Befragten nicht.

"Ich hab ja nichts" - vielen Bundesbürgern dürfte diese Ausrede bekannt vorkommen, wenn es um Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt geht. Das bestätigt auch eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK: 40,2 Prozent der Teilnehmer gaben an, nicht zur Vorsorge zu gehen. Befragt wurden 1060 Personen ab 14 Jahren im Auftrag des Patientenmagazins "Hausarzt".

Besonders Männer drücken sich demnach vor dem Arztbesuch: 47,1 Prozent gingen erklärtermaßen nicht zum Präventiv-Check; ein Drittel der Frauen macht es nicht besser als sie. 67,5 Prozent aller Befragten erklärten, sie suchten nur einen Arzt auf, wenn sie tatsächlich akute Beschwerden hätten.

Angst vor einer Diagnose als Vermeidungsgrund

Nach ihren Gründen befragt, waren die Gesundheits-Drückeberger nicht um Antworten verlegen: 42,1 Prozent gaben an, über Vorsorgeuntersuchungen nicht so genau Bescheid zu wissen - 6,5 Prozent halten sie sogar für unnötig. Aber auch klassische Ausflüchte waren beliebt: Rund ein Drittel der Befragten meinte, er oder sie sei bei der Terminvereinbarung vergesslich, etwa 15 Prozent sagten, sie hätten keine Zeit zur Prävention.

Vorsorgeuntersuchungen sollen bei der Früherkennung von Krankheiten helfen und ermöglichen, dass Patienten schnell geholfen wird - doch mehr als ein Zehntel der Umfrageteilnehmer will erklärtermaßen gar nicht so genau wissen, wie es ihnen geht. 11,9 Prozent gaben an, sie fürchteten sich davor, dass bei der Untersuchung ernsthafte Krankheiten festgestellt werden könnten.

Kassen übernehmen bestimmte Vorsorgechecks

Eine Pflicht, Präventiv-Untersuchungen wahrzunehmen, gibt es nicht. Die gesetzlichen Krankenkassen legen ihren Versicherten dies jedoch nahe und übernehmen ab einem bestimmten Lebensalter auch die Kosten - etwa bei der Früherkennung von Krebsarten. Ab dem 30. Lebensjahr zahlen die Kassen für die jährliche Brustkrebsvorsorge, ab 35 Jahren die Untersuchung auf Hautkrebs, ab dem 55. Lebensjahr Darmspiegelungen zur Krebserkennung. Übernommen werden auch halbjährliche Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt sowie verschiedene Schutzimpfungen.

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