Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD, spricht auf dem Kirchentag in Hamburg. | Bildquelle: dpa

Nachfolge von Bundespräsident Gauck Gabriel bringt Käßmann ins Spiel

Stand: 12.10.2016 11:43 Uhr

Wer wird Nachfolger von Bundespräsident Gauck? Die Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten beschäftigt die Große Koalition seit langem. Als Alternative erwägt SPD-Chef Gabriel offenbar auch eine rot-rot-grüne Lösung: Margot Käßmann.

SPD-Chef Sigmar Gabriel will Margot Käßmann laut Medienberichten als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten gewinnen. Das berichtet die Funke-Mediengruppe. Die evangelische Theologin ließ demnach aber bisher offen, ob sie für die mögliche Nachfolge von Joachim Gauck zur Verfügung steht. Gabriel wolle daher in naher Zukunft ein weiteres Gespräch mit ihr führen.

Die SPD wollte diesen Bericht auf Nachfrage von tagesschau.de nicht kommentieren.

Gespräche mit Linkspartei und Grünen?

Nach Angaben der Linkspartei sprach Gabriel auch ihr darüber, ob sie eine Käßmann-Kandidatur mittrüge. Parteichef Bernd Riexinger bestätigte der Nachrichtenagentur dpa und dem "Tagesspiegel" entsprechende Angaben der Funke-Zeitungen. Man sei aber gegen öffentliche Spekulationen über Käßmann: "Es wäre bedauerlich, wenn in der Großen Koalition taktische Spielereien mit dem Bundespräsidentenamt oder mit Frau Käßmann betrieben würden."

Der "Berliner Zeitung" sagte Riexinger, seine Partei wolle einen Kandidaten, "der weltoffen ist, für soziale Gerechtigkeit und eine friedliche Außenpolitik steht" und fügte hinzu: "Das würde zweifelsfrei auf Frau Käßmann zutreffen."

Auch für die Grünen sei die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine geeignete Kandidatin, berichten die Funke-Blätter. Gabriel favorisiert demnach aber immer noch einen gemeinsamen Kandidaten mit CDU und CSU. Gaucks Amtszeit endet im kommenden März. Er will nicht erneut kandidieren.

Käßmann war von 1999 bis 2010 Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und von 2009 bis 2010 EKD-Ratsvorsitzende. Im Februar 2010 trat sie nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss von beiden Ämtern zurück. Aktuell wirkt Käßmann als Botschafterin der EKD für das 500. Reformationsjubiläum 2017. Im August hatte sie angekündigt, mit ihrem 60. Geburtstag am 3. Juni 2018 offiziell in den Ruhestand wechseln zu wollen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. Oktober 2016 um 06:25 Uhr

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