Ömer Celik | Bildquelle: AFP

Angriff in 28 Tweets Türkischer Minister wirft Gabriel Rassismus vor

Stand: 23.08.2017 16:32 Uhr

Auf Twitter hat der türkische Europaminister Celik den deutschen Außenminister Gabriel scharf angegriffen. Gabriel rede wie ein "Rassist" und "Rechtsextremer", so Celik. Insgesamt 28 Tweets setzte er ab. Auslöser war unter anderem ein Gastbeitrag Gabriels im "Spiegel".

In einer Serie von Tweets hat der türkische Europaminister Ömer Celik Bundesaußenminister Sigmar Gabriel vorgeworfen, wie ein "Rassist" und "Rechtsextremer" zu reden. Er kopiere deren Äußerungen und leiste ihnen damit Vorschub. Wenn Gabriel auf diese Weise Wählerstimmen gewinnen wolle, werde das nach hinten losgehen.

Zu den Äußerungen Gabriels über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schrieb Celik, sie vermittelten den Eindruck, als habe der deutsche Außenminister den Verstand verloren. Gabriel versuche, das türkisch-deutsche Verhältnis zu sabotieren. Celik beschuldigte ihn außerdem, wie der österreichische Außenminister Sebastian Kurz zu handeln, der "ein Symbol einer flüchtlingsfeindlichen und rassistischen Politik" sei. Insgesamt setzte er 28 Tweets gegen Gabriel und Kurz ab.

Das Auswärtige Amt wies die Kritik entschieden zurück. "Die Äußerungen meines Amtskollegen Ömer Celik über Sigmar Gabriel sind verletzend und inakzeptabel", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, der "Welt". "So etwas darf sich nicht wiederholen."

"Keine Parallel- oder gar Gegengesellschaften zulassen"

Der deutsche Außenminister hatte Erdogan scharf kritisiert. Vergangene Woche wies er dessen Aufruf an türkischstämmige Wähler, nicht SPD, CDU oder Grüne zu wählen, als "Eingriff in die Souveränität" Deutschlands zurück.

Sigmar Gabriel und Heiko Maas | Bildquelle: dpa
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Gabriel und Maas fordern strengere Kontrollen für Vereine und Moscheen in Deutschland, die dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner Partei AKP nahestehen.

In einem gemeinsamen Gastbeitrag mit Justizminister Heiko Maas im "Spiegel" forderte er außerdem, Fördergelder für Erdogan-nahe Vereine und Moscheen in Deutschland zu überprüfen. Es müsse genau geprüft werden, "wen wir hier in Deutschland mit Fördergeldern und gut gemeinter Unterstützung finanzieren", forderten die beiden Minister. "Wir dürfen auf keinen Fall Parallel- oder gar Gegengesellschaften in unserem Land zulassen."

Es müsse genauer hingesehen werden, welche politischen Einstellungen in den vom türkischen Staat in Deutschland unterhaltenen Moscheen und Gemeinden vermittelt würden, schrieben Gabriel und Maas. Erdogans "Rhetorik der Feindbilder" sei eine "Gefahr für die demokratische Kultur in Deutschland". Die muslimischen Gemeinden in Deutschland dürften nicht unter den Einfluss Erdogans geraten.

Sebastian Kurz | Bildquelle: AFP
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Österreichs Außenminister Kurz wirft Erdogan "diktatorische Züge" vor.

Kurz spricht von "diktatorischen Zügen"

Auch Gabriels österreichischer Amtskollege Sebastian Kurz hatte deutliche Kritik am türkischen Präsidenten geäußert. In der "Welt" warf er Erdogan "diktatorische Züge" vor. Der Präsident entwickle das Land in eine "falsche und gefährliche Richtung". Erdogans Umgang mit Kritikern, Andersdenkenden und Minderheiten sei "absolut inakzeptabel".

Mit Informationen von Christian Buttkereit, ARD-Studio Istanbul

Türkischer EU-Minister wettert gegen Gabriel
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
23.08.2017 15:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. August 2017 um 15:00 Uhr in den Nachrichten.

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