Martin Schulz und Sigmar Gabriel | Bildquelle: dpa

SPD-Kanzlerkandidatur Gabriel verzichtet, Schulz macht's

Stand: 24.01.2017 15:45 Uhr

Paukenschlag bei der SPD: Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios wird Martin Schulz SPD-Kanzlerkandidat und Parteichef. Sigmar Gabriel tritt zurück. "Wenn ich jetzt anträte, würde ich scheitern und mit mir die SPD", begründete Gabriel seinen Verzicht. Er könnte Außenminister werden.

SPD-Chef Sigmar Gabriel wird nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios nichts als Kanzlerkandidat gegen CDU-Chefin Angela Merkel antreten. Martin Schulz soll die Aufgabe übernehmen. Der ehemalige EU-Parlamentschef solle auch Parteichef werden, sagte Gabriel nach Teilnehmerangaben in der SPD-Fraktionssitzung. "Das, was ich bringen konnte, hat nicht gereicht. Schulz steht für einen Neuanfang. Und darum geht es bei der Bundestagswahl", begründete Gabriel im Magazin "Stern" seinen Verzicht und Rücktritt.

Offenbar sieht Gabriel seine politische Zukunft im Außenministerium. Das sagte er im Interview mit der "Zeit". Gabriel würde damit Nachfolger von Minister Frank-Walter Steinmeier. Steinmeier tritt am 12. Februar bei der Bundespräsidentenwahl als Kandidat der Großen Koalition an.

Tina Hassel, ARD Berlin, zur Entscheidung der Kanzlerkandidatur
tagesschau 16:00 Uhr, 24.01.2017

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Die SPD hat die K-Frage lange spannend gemacht. Nächsten Sonntag sollte die Entscheidung eigentlich feierlich und öffentlichkeitswirksam verkündet werden. Allgemein war mit Gabriel als Merkel-Herausforderer gerechnet worden. Doch Gabriel ist in der eigenen Partei umstritten, seine Umfragewerte sind chronisch schlecht, Schulz ist deutlich beliebter. So begründete Gabriel nun auch seinen Verzicht: Auf die Frage, warum er nicht gegen Merkel antreten werde, sagte Gabriel dem Magazin "Stern": "Wenn ich jetzt anträte, würde ich scheitern und mit mir die SPD." Schulz habe "die eindeutig besseren Wahlchancen".

Gabriel - der Umstrittene

In den vergangenen vier Jahren ist diese Unzufriedenheit mit Gabriel größer geworden. Zwar konnte die SPD vieles von ihren Zielen in der Koalition umsetzen, doch die Umfragewerte der Partei kleben wie festgebacken nahe der 20 Prozent. Die Erfolge der Sozialdemokraten würden nicht wahrgenommen, beklagen sie in der Partei - oder sie würden der Kanzlerin und nicht ihrem Stellvertreter und Wirtschaftsminister zugerechnet.

Der 57-jährige Gabriel ist seit 2009 Chef der SPD. Seit Willy Brandt hat keiner seiner Vorgänger mehr so lange auf dem Schleudersitz des SPD-Chefs durchgehalten.

Der 61-jährige Schulz war seit 1994 im Europaparlament und zuletzt Präsident. Er schied Mitte Januar aus diesem Amt aus. In der Bundespolitik ist er ein Neuling. Die Bundestagswahl findet am 24. September statt. Viel Zeit zum Einarbeiten in die Tiefen der Innenpolitik bleiben Schulz damit nicht.

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Die Kanzlerkandidaten der SPD

Kurt Schumacher (SPD)

Bei der Wahl zum ersten Bundestag 1949 trat die SPD mit Kurt Schumacher an der Spitze an. Er hatte den Wiederaufbau der SPD nach 1945 maßgeblich mitgestaltet. Während der Zeit des Nationalsozialismus war er viele Jahre als politischer Häftling in Konzentrationslagern eingesperrt. Mit Schumacher erreichte die Partei 29,2 Prozent und landete knapp hinter der Union auf Platz zwei, die 31 Prozent erzielte. Das Bild zeigt Schumacher Ende 1946 in einem Londoner Hotel.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Januar 2017 um 16:00 Uhr.

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