Gewalt im Umfeld des G20-Gipfels (Archiv) | Bildquelle: dpa

24 Tatverdächtige Auslands-Fahndung nach G20-Randalierern

Stand: 12.05.2018 04:08 Uhr

Nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg im vergangenen Jahr hatten die Behörden eine umstrittene Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet. Nun wurde eine Fahndungsliste an 15 europäische Länder weitergereicht.

Acht Monate nach den schweren Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg hat die Polizei 24 mutmaßliche Randalierer europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe und beruft sich dabei auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Demnach habe das Bundeskriminalamt (BKA) am 13. April eine Fahndungsliste mit Bildern von zwei Dutzend bisher unbekannten Personen "an die durch das LKA Hamburg ausgewählten europäischen Staaten" übersandt. Mit der "Bitte um Identifizierung" der Tatverdächtigen ging die Liste an 15 ausländische Dienststellen, unter anderem an die "Guardia Civil Counter Terrorism Unit" in Spanien, die "State Security Division" in Griechenland, das "SO15 Counter Terrorism Command" in Großbritannien sowie weitere Sicherheitsbehörden in Frankreich, Polen, Ungarn, Tschechien, die Niederlande, Belgien, Österreich, Schweden, Dänemark, Finnland, Italien und die Schweiz. Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung seien eingeleitet worden.

Zunächst deutschlandweite Fahndung

Im Umfeld des Treffens der G20 war es im vergangenen Juli in Hamburg zu Ausschreitungen, Brandstiftungen und Plünderungen gekommen. Die Hamburger Polizei hatte zunächst eine deutschlandweite öffentliche Fahndung nach mehr als 100 unbekannten Personen eingeleitet, die sich an den Ausschreitungen beteiligt haben sollen.

Datenschützer und linke Politiker üben scharfe Kritik an der öffentlichen Fahndung nach mutmaßlichen G20-Randalierern. Die Linksfraktion sieht in der Polizeimaßnahme eine "unverhältnismäßige Verletzung der Grundrechte".

Teilweise waren auch Minderjährige von der Fahndung betroffen. "LKA und BKA überbieten sich in einem Lächerlichkeits-Wettbewerb", sagte Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke den Funke-Zeitungen. Die Hamburger Behörden wollen nach Informationen der Mediengruppe am kommenden Mittwoch bei einer Pressekonferenz Ergebnisse zum Stand der Ermittlungen präsentieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 12. Mai 2018 um 02:00 Uhr.

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