Syrische Flüchtlinge besteigen ein Schiff | Bildquelle: dpa

Freiwillige Ausreise Bisher weniger Rückkehrer als 2016

Stand: 11.05.2017 14:01 Uhr

Die Bundesregierung fördert die freiwillige Ausreise von Flüchtlingen in ihre Heimatländer. Bis zu 1000 Euro bekommen Teilnehmer entsprechender Programme. In den ersten drei Monaten brachen die Zahlen aber massiv ein.

In den drei ersten Monaten dieses Jahres sind deutlich weniger Flüchtlinge freiwillig aus Deutschland in ihr Heimatland zurückgekehrt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt nutzten von Januar bis März 8468 Personen die Option der geförderten freiwilligen Ausreise. Das teilte Innenstaatssekretär Ole Schröder mit. Im ersten Quartal 2016 waren es noch 13.848 Personen.

Im Gesamtjahr 2016 machten sich 54.006 Menschen mit dem humanitären Förderprogramm REAG/GARP auf den Weg in ihre Herkunftsländer. 2015 reisten 35.514 Personen über das Programm aus.

Bis zu 1000 Euro Starthilfe für Rückkehrer

Die meisten Rückkehrer stammen aus Albanien, Serbien, Irak, Mazedonien, Afghanistan und dem Kosovo. Die Bundesregierung untersucht laut dem Bericht derzeit die Gründe für den deutlichen Rückgang der freiwilligen Ausreisen etwa auch bei Irakern und Afghanen seit Jahresbeginn. Wer als Flüchtling freiwillig Deutschland verlässt, wird unter bestimmten Umständen mit mehr als 1000 Euro "Starthilfe" unterstützt.

Nach der großen Fluchtbewegung ab Spätsommer 2015 hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, dass abgelehnte Asylbewerber schneller und konsequenter das Land verlassen sollen. Neben Abschiebungen soll die Förderung freiwilliger Rückkehr dieses Ziel verfolgen.

Portal für Rückkehrer

Um die Organisation freiwilliger Ausreisen besser zu koordinieren, stellte das BAMF gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ein Online-Portal vor. Unter www.returningfromgermany.de sollen in verschiedenen Sprachen Informationen und Hintergründe zur freiwilligen Ausreise angeboten werden. Das Projekt startet zunächst mit einer Testphase.

Schröder lobte das Online-Projekt. "Die freiwillige Rückkehr ist immer vorzugswürdig", sagte er der Funke-Mediengruppe. Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen, Luise Amtsberg, warnte vor einem "Hineindrängen" der Geflüchteten in eine "freiwillige Ausreise" etwa während der Anhörung zum Asylverfahren. Es gehe nicht nur um Geld oder um Informationen, sondern um die Frage, ob und wie eine Reintegration vor Ort im Heimatland möglich sei, sagte sie den Funke-Zeitungen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Mai 2017 um 18:00 Uhr.

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