Flüchtlinge in Deutschland | Bildquelle: dpa

Deutliche Unterschiede in der EU Deutschland nimmt die meisten Flüchtlinge auf

Stand: 26.04.2017 15:03 Uhr

Deutschland hat 2016 mit Abstand die meisten Flüchtlinge in der EU aufgenommen. 445.210 Asylbewerber bekamen hierzulande einen positiven Bescheid - im gesamten Rest der EU erhielten den nur 265.190 Menschen. Bei genauerer Analyse landet Deutschland trotzdem nur auf Platz zwei.

Flüchtlinge innerhalb der EU gerecht verteilen: An der Lösung dieser Aufgabe scheitert die Staatengemeinschaft schon seit langem. Wie ungleich die Verteilung der Flüchtlinge nach wie vor ist, zeigen aktuelle Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat. Demnach hat allein Deutschland 2016 weit mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge in der EU aufgenommen. 445.210 Asylbewerber bekamen den Angaben zufolge hierzulande einen positiven Bescheid. Zum Vergleich: In der gesamten EU wurden im vergangenen Jahr 710.400 Menschen als schutzbedürftig anerkannt.

Auf Platz zwei der Rangliste der Länder, die die meisten Schutzsuchenden anerkannten, liegt Schweden mit 69.350 positiven Bescheiden. Auf Platz drei landete Italien mit 35.450 Aufnahmen. Berücksichtigt man bei diesen Zahlen jedoch auch die Einwohnerzahl der jeweiligen Aufnahmeländer, landet Schweden mit 7040 anerkannten Schutzsuchenden pro Million Einwohner auf dem ersten Platz, Deutschland mit 5420 pro Million Einwohner auf Platz zwei und Österreich mit 3655 pro Million Einwohner auf Platz drei.

Die größten Chancen hatten Syrer

Von den Menschen, die im vergangenen Jahr innerhalb der EU einen Schutzstatus zugesprochen bekamen, stammte mehr als die Hälfte aus Syrien (405.600), gefolgt von Irakern (65.800) und Afghanen (61.800). 70 Prozent der Syrer, die in der EU einen Schutzstatus erhielten, fanden den Angaben zufolge in Deutschland Zuflucht. Aus dem Irak gewährte die Bundesrepublik 48.820 Menschen Asyl, aus Afghanistan 39.270.

61 Prozent der Asylanträge in der gesamten EU fielen der Statistik zufolge im vergangenen Jahr positiv aus, in Deutschland lag die Quote bei 69 Prozent. Legten die Antragsteller nach einem negativen Bescheid Berufung ein, gelang die Anerkennung nur in 17 Prozent der Fälle. Die größten Chancen, Asyl in der EU zu bekommen, hatten Syrer: 98 Prozent der Antragsteller erhielten einen positiven Bescheid. Die geringste Aussicht auf Schutz in der EU hatten hingegen Asylbewerber aus den westlichen Balkanstaaten, die nur in fünf Prozent der Fälle Schutz zuerkannt bekamen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. April 2017 um 13:00 Uhr

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