Flüchtlinge in Erding | Bildquelle: AFP

Erwartung der Bundesregierung Weniger als 200.000 Flüchtlinge?

Stand: 17.12.2017 07:56 Uhr

Vor zwei Jahren kamen noch fast 900.000 Flüchtlinge nach Deutschland - eine gewaltige Zahl. Seit der Schließung der Balkan-Route aber ist die Lage anders: 2016 kamen nur noch 280.000 Menschen. Und für dieses Jahr werden noch niedrigere Zahlen erwartet.

Die Bundesregierung rechnet mit weniger als 200.000 neuen Flüchtlingen in Deutschland in diesem Jahr. "Ende November waren wir knapp bei 173.000. Ich rechne für das ganze Jahr mit einer Zahl von unter 200.000 Migranten", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière der "Bild am Sonntag".

Die Zahl läge damit knapp unter der von der CSU über Monate geforderten "Obergrenze". Im Jahr 2016 kamen etwa 280.000 Flüchtlinge nach Deutschland, nach rund 890.000 im Jahr 2015. Als Hauptgründe für den Rückgang gelten die Schließung der Balkan-Route und das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei.

"Entscheidungs- und Rückführzentren" gefordert

Um Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber zu erleichtern, forderte der CDU-Politiker mehr Abschiebehaftplätze in Deutschland. Zudem wolle die Union alle Migranten, die jetzt ankommen, in "Entscheidungs- und Rückführzentren" unterbringen. Bis zur Entscheidung über den Asylantrag müssten sich die Menschen dann dort aufhalten. Nur die positiv beschiedenen Fälle würden auf die Kommunen verteilt - die anderen bleiben in den Zentren "und können so viel leichter von dort zurückgeführt werden".

Für die neu eingeführte Prämie zur freiwilligen Ausreise liegen laut de Maizière bislang 200 Anträge vor - vor allem von Menschen aus Russland, Irak und Afghanistan. Kritik daran, dass Geld dafür bezahlt wird, dass Ausreisepflichtige das tun, wozu sie rechtlich verpflichtet sind, wies er zurück: "Im Vergleich zu den Sozialhilfekosten, die uns in Deutschland bei längerem Aufenthalt entstehen, ist die Summe für diese Maßnahme erheblich niedriger."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Dezember 2017 um 14:00 Uhr.

Darstellung: