Euro-Geldscheine | Bildquelle: a (Weiss)

Länderfinanzausgleich Berlin Schlusslicht, Bayern Zahlmeister

Stand: 22.03.2018 08:26 Uhr

Mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Unterschiede zwischen West und Ost noch deutlich spürbar. Das zeigt sich auch beim Länderfinanzausgleich. Im vergangenen Jahr wurde eine Rekordsumme umverteilt.

Deutschland hat im vergangenen Jahr im Rahmen des Länderfinanzausgleichs 11,2 Milliarden Euro zwischen armen und reichen Bundesländern umverteilt. Das ist ein Zuwachs von 0,56 Milliarden beziehungsweise 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erklärte das Bundesfinanzministerium. Ähnliche Zahlen hatte Bayern als größter Zahler bereits zu Jahresbeginn errechnet.

Große Unterschiede zwischen West und Ost

Hintergrund sind großen Unterschiede in der Finanzkraft auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung. Selbst das einnahmestärkste ostdeutsche Bundesland Brandenburg steht demnach schlechter da als das Saarland, das einnahmeschwächste im Westen. Die westdeutschen Länder lagen bei bis zu 154,2 Prozent des bundesweiten Durchschnitts, die ostdeutschen Länder bei maximal 68,8 Prozent. Insgesamt 69 Prozent der Ausgleichszahlungen flossen in den Osten.

Elbphilharmonie Hamburg | Bildquelle: REUTERS
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Hamburg gehört zu den Geberländern beim Länderfinanzausgleich.

Auch Hamburg unter Geberländern

Bayern war mit 5,89 Milliarden Euro 2017 erneut größter Einzahler in den Finanzausgleich, schulterte aber einen etwas geringeren Anteil als im Jahr davor. Weitere Geberländer waren Baden-Württemberg (2,8 Milliarden) und Hessen (2,5 Milliarden). Hamburg war mit 40 Millionen Euro Geber. Größter Profiteur war erneut Berlin, das mit 4,2 Milliarden Euro rund 37,8 Prozent der Gesamtsumme erhielt.

Finanzausgleich läuft 2019 aus

Die geltenden Regelungen des Finanzausgleichs laufen 2019 aus. Der Länderfinanzausgleich im engeren Sinne wird dann in seiner derzeitigen Form abgeschafft. Ab 2020 gleichen die Länder ihren Reichtum und ihre Armut künftig nicht mehr untereinander aus - diese Aufgabe übernimmt der Bund. Dafür erhalten die Länder bei der ihnen zustehenden Umsatzsteuer entsprechende Zu- und Abschläge, die sich an der Finanzkraft der Länder orientieren.

Länderfinanzausgleich 2017
ZahlerlandEinzahlung in den FinanzausgleichEmpfängerlandZuweisung aus dem Finanzausgleich
Bayern5,89 Mrd. EuroBerlin4,23 Mrd. Euro
Baden-Württemberg2,78 Mrd. EuroNordrhein-Westfalen1,24 Mrd. Euro
Hessen2,48 Mrd. EuroSachsen1,18 Mrd. Euro
Hamburg0,04 Mrd. EuroNiedersachsen0,70 Mrd. Euro
Bremen0,69 Mrd. Euro
Thüringen0,64 Mrd. Euro
Brandenburg0,61 Mrd. Euro
Sachsen-Anhalt0,54 Mrd. Euro
Mecklenburg-Vorpommern0,52 Mrd. Euro
Rheinland-Pfalz0,39 Mrd. Euro
Schleswig-Holstein0,24 Mrd. Euro
Saarland0,20 Mrd. Euro

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. März 2018 um 09:15 Uhr.

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