Polizei nahe dem Fundort der Leiche des 2001 verschwundenen und getöteten Mädchens Peggy  | Bildquelle: dpa

Böhnhardt und Fall Peggy NSU-Opferanwalt fordert neue Untersuchungen

Stand: 14.10.2016 08:50 Uhr

Der DNA-Fund des mutmaßlichen NSU-Terroristen Böhnhardt bringt Bewegung in den Fall der ermordeten Peggy. Doch welche Folgen hat das für den NSU-Prozess? Einer der Anwälte der Nebenklage kündigte bereits einen neuen Beweisantrag an - und fordert eine Aussage der Angeklagten Zschäpe.

Nach dem Fund von DNA-Spuren Uwe Böhnhardts am Fundort der Leiche der kleinen Peggy hat der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler einen neuen Beweisantrag im NSU-Prozess angekündigt. Dabei sollen Einzelheiten über Kinderporno-Dateien auf einem Computer des NSU untersucht werden, sagte Daimagüler, ein Vertreter der Nebenklage, der Nachrichtenagentur dpa.

Daimagüler forderte die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, auf, sich zu den neuen Erkenntnissen im Fall Peggy zu äußern. "Ich würde mir wünschen, dass Frau Zschäpe auch in diesem Fall an der Aufklärung mitwirkt und auspackt, was sie dazu weiß", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Irene Mihalic, Obfrau der Grünen-Bundestagsfraktion im NSU-Untersuchungsausschuss, sagte der Zeitung: "Das ist eine neue Dimension. Wir müssen dem nachgehen."

Der Münchner Rechtsanwalt Yavuz Narin sagte der dpa, im Umfeld des NSU seien "mehrere Personen mit Sexualstraftaten an Kindern in Erscheinung getreten". So habe einer der mutmaßlichen NSU-Waffenbeschaffer Böhnhardt des Mordes an einem neun Jahre alten Jungen in Jena bezichtigt. In den Prozessakten fänden sich weitere Namen von Männern, die zum Freundeskreis Böhnhardts zählten und zu denen es Hinweise auf Kindesmissbrauch gebe. Narin verwies außerdem auf den früheren Anführer des "Thüringer Heimatschutzes", Tino Brandt, der wegen Missbrauchs von Jungen im Gefängnis sitzt. Narin vertritt im NSU-Prozess die Familie eines in München ermordeten Geschäftsmannes.

Oliver Bendixen, BR, zu den neuen Entwicklungen im Fall Peggy
tagesthemen 22:15 Uhr, 13.10.2016

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Kinderpornomaterial und Spielzeug

Im Brandschutt der Fluchtwohnung des NSU-Trios in Zwickau war bei den Ermittlungen ein Datenträger mit Kinderpornomaterial gefunden worden. Man müsse herausfinden, "wer Kenntnis hatte und wer es draufgeladen hat - Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe oder alle drei". Im Brandschutt war auch Kinderspielzeug gefunden worden. Bislang hatten die Ermittler dies den Kindern von Andre E. zugeordnet - einem der Mitangeklagten im NSU-Prozess.

Die Bundesanwaltschaft geht laut ARD-Reporter Oliver Bendixen aber nicht davon aus, dass der DNA-Fund von Böhnhardt bei der Leiche der 2001 verschwundenen Peggy große Auswirkungen auf den Münchner NSU-Prozess hat. Eine offizielle Stellungnahme dazu steht allerdings noch aus.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Oktober 2016 um 22:15 Uhr.

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