Eurowings | Bildquelle: dpa

Ver.di und UFO Tarifgespräche mit Eurowings gescheitert

Stand: 16.12.2016 08:46 Uhr

Der Lufthansa-Tochter Eurowings drohen erneut Streiks des Kabinenpersonals. Gespräche zwischen den Gewerkschaften ver.di und UFO und dem Unternehmen sind laut UFO gescheitert. Eine Einigung im Tarifstreit steht somit noch aus.

Die Gespräche zwischen der Lufthansa-Tochter Eurowings und den Gewerkschaften UFO und ver.di über einheitliche Tarifverträge für Flugbegleiter sind laut UFO gescheitert. "Wir haben nach wie vor den klaren Auftrag unserer Mitglieder, bessere Tarifbedingungen für sie zu verhandeln", sagte die stellvertretende UFO-Vorsitzende Sylvia De la Cruz. Damit drohen Eurowings erneut Streiks des Kabinenpersonals.

Die konkurrierenden Gewerkschaften wollten zusammen mit dem Unternehmen ein Abkommen schließen, das den Flugbegleitern bei Eurowings einheitliche Tarifverträge ermöglichen sollte. Verdi hatte Anfang Dezember mit Eurowings einen Abschluss erreicht, den UFO scharf kritisiert und als "massive Provokation" bezeichnet hatte. UFO sei dennoch an einer gemeinsamen Lösung interessiert gewesen, sagte Verhandlungsführerin De La Cruz, was jetzt gescheitert sei.

Konkrete Pläne für Streiks unbekannt

UFO-Tarifvorstand Nicoley Baublies: "Leider bleibt uns deshalb nichts anderes übrig, als mit den 'normalen' gewerkschaftlichen Mitteln die Ziele der EW-Mitarbeiter zu verfolgen und mit dem besseren Vertrag auch die Mehrheit der Kabinenmitarbeiter bei Eurowings zu überzeugen." Konkrete Pläne für Streiks oder andere Aktionen nannte Baublies aber nicht. UFO hatte Ende Oktober bei Eurowings gestreikt. Ver.di und UFO beanspruchen für sich, bei der Lufthansa-Tochter die stärkere Gewerkschaft zu sein.

Der Konflikt zwischen UFO und Eurowings köchelt bereits seit drei Jahren. Im Kern geht es um die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der Flugbegleiter. Zudem ärgert die Arbeitnehmervertreter, dass die vor kurzem neu gestartete Eurowings nur im Ausland wachsen soll, wo Mitarbeiter schlechter verdienen. Für die Lufthansa-Spitze hingegen hat Eurowings strategische Priorität: Die Airline soll den Vormarsch von Ryanair und Co. stoppen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Dezember 2016 um 08:15 Uhr.

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