Einwegflaschen in einer Kiste

Quote bei Getränkeverpackungen verfehlt Mehr Einweg als Mehrweg

Stand: 16.08.2016 09:34 Uhr

Eigentlich sollten verschiedene Verordnungen und Gesetze dazu beitragen, den Anteil der Mehrwegverpackungen bei Getränke zu erhöhen. Tatsächlich nimmt der Anteil der Wegwerfbehälter kontinuierlich zu - und liegt nun bei 55 Prozent.

Die Abfallmenge aus Getränke-Einwegverpackungen hat seit 2004 um rund 30 Prozent zugenommen: Der Verpackungsverbrauch stieg von knapp 465.000 Tonnen im Jahr 2004 auf 600.300 Tonnen im Jahr 2014. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Regierung beruft sich darin auf Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung.

Abschied von der Zielquote

Der Anteil der Einweg-Verpackungen bei Getränken lag damit laut Bundesumweltministeriums 2014 bei rund 55 Prozent. Die Bundesregierung schafft es seit Jahren nicht, den Mehrweg-Anteil wie geplant zu erhöhen. Von einer Zielquote, die bisher bei 80 Prozent lag, hat sich das Umweltministerium in einem Entwurf für ein neues Verpackungsgesetz verabschiedet. Verbindliche Mehrwegquoten seien "rechtlich nicht durchsetzbar", heißt es in der Antwort auf die Anfrage, die die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn gestellt hatte.

Bessere Kennzeichnung angestrebt

Künftig sollen im Laden Schilder anzeigen, ob es sich um Mehrweg- oder Einwegflaschen handelt. Zudem hat sich ein großer Teil der Hersteller selbst verpflichtet, Einwegverpackungen besser zu kennzeichnen.

In Deutschland klaffe "noch eine große Lücke zwischen politischem Anspruch und Wirklichkeit", was die Umsetzung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltigen Konsum angehe, kommentierte Höhn die Antwort. Es sei "erschreckend", dass der Anteil der Getränke-Einwegverpackungen rasant ansteige.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2016 um 11:48 Uhr

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