Ei | Bildquelle: dpa

Schädliches Insektizid gefunden Belastete Eier in elf Bundesländern

Stand: 03.08.2017 13:55 Uhr

Laut Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sind inzwischen elf Bundesländer von mit Fipronil belasteten Eiern aus den Niederlanden betroffen. Verbraucherschützer fordern eine schnelle Aufklärung.

Vor mit dem Insektizid Fipronil belasteten Eiern wird inzwischen in elf Bundesländern gewarnt. Das vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit betriebene Portal www.lebensmittelwarnung.de listet die Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein auf.

Angesichts des Ausmaßes bemängelte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), dass es keine bundesweit einheitlichen Handlungsempfehlungen für Verbraucher gebe. "Risikobewertung und Risikokommunikation dürfen nicht getrennt werden", erklärte vzbv-Ernährungsexpertin Jutta Jaksche. "Das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft muss hier dringend die Koordinierung übernehmen."

Bremen hatte bereits am Mittwoch gemeldet, dass dort Eier mit Fipronil-Belastungen aufgetaucht seien. "Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollten die Eier nicht konsumieren, sondern entsorgen oder ihrem Einzelhändler zurückgeben", erklärte die Bremer Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, Eva Quante-Brandt.

Diese Eier sind betroffen

Die niedersächsischen Behörden nennen als positiv mit Fipronil getestet mehrere Printnummer: 1-DE-0357731, 1-DE-0358001, 0-DE-0360521, 1-DE-0358001, 0-DE-0360521. Die Nummern stehen direkt auf dem Ei.

Weitere betroffene Chargen tragen die Stempelaufdrucke 1-NL 4128604, 1-NL 4286001, 0-NL 4392501, 0-NL 4385501.
Stempelnummern von Eiern, in denen Fipronil-Belastungen durch eigene Kontrollen der Betriebe nachgewiesen wurden: 2-NL-4322402, 1-NL-4322401, 0-NL-4170101, 1-NL-4339301, 1-NL-4385701, 1-NL-4331901.

In den Niederlanden empfehlen die Behörden, Eier mit dem Stempelaufdruck X-NL-40155XX ( "X" steht für alle Zahlen von 0 bis 9) nicht zu verzehren. Die Nummern sind auf den Eierschalen aufgedruckt.

Zudem betroffen: 0-NL-4310001, 1-NL-4167902, 1-NL-4385701, 1-NL-4339301, 1-NL-4339912, 2-NL- 4385702, 1-NL-4331901, 2-NL-4332601, 2-NL-4332602, 1-NL-4359801, 2-NL-4212103, 0-NL-4031001, 2-NL-4212103, 0-NL-4031001

Weitere Informationen auf www.lebensmittelwarnung.de.

Geflügelfleisch auch belastet?

Am Wochenende war bekannt geworden, dass mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert wurden. Das Insektizid Fipronil wird nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt. Eine Anwendung an lebensmittelliefernden Tieren ist nicht zulässig. In einer hohen Konzentration kann Fipronil toxisch auf das Nervensystem wirken.

Eier-Skandal weitet sich auch auf Deutschland aus
tagesschau 16:00 Uhr, 03.08.2017, Anna Buch, NDR

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Verbraucherschützer raten dazu, den Stempel von Eiern zu prüfen. "Eier aus Holland sind leicht an dem Aufdruck NL zu erkennen", sagte Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. "Da aber auch Betriebe in Niedersachsen Desinfektionsmittel mit Fipronil verwendet haben, empfehlen wir vorsorglich Familien mit Kindern, vorerst auf niedersächsische Eier zu verzichten." Diese seien auf dem Stempelaufdruck an der Ziffer 03 zu erkennen, die direkt nach dem DE-Kennzeichen folgt.

"Es muss jetzt schnellstens aufgeklärt werden, wer die Verantwortung für den Skandal trägt", erklärte Oelmann. "Zudem stellt sich die Frage, inwieweit auch Geflügelfleisch mit Fipronil belastet ist."

Die Supermarktkette Rewe hatte am frühen Mittwochabend mitgeteilt, ab sofort in allen Rewe- und Penny-Märkten keine Eier aus den Niederlanden mehr zu verkaufen. Bereits gekaufte Eier aus den Niederlanden können Kunden zurückgeben, den Verkaufspreis bekommen sie erstattet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. August 2017 um 12:00 Uhr.

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