Intercity steckt wegen Friederike fest | Bildquelle: dpa

Nach Sturmtief "Friederike" "Pro Bahn" will Büsche statt Bäume

Stand: 20.01.2018 15:33 Uhr

Bäume stürzen auf Gleise, Züge fallen aus: Um künftig besser für Stürme gewappnet zu sein, fordert der Bahn-Fahrgastverband, Sträucher entlang der Gleise zu pflanzen. Nach "Friederike" normalisiert sich der Bahnverkehr.

Nach dem bundesweiten Ausfall des Bahn-Fernverkehrs wegen Orkantief "Friederike" reißt die Kritik nicht ab: Der Fahrgastverband "Pro Bahn" fordert angesichts der Sturmfolgen, das Begrünungskonzept entlang der Strecken zu ändern. "Sinnvoll ist direkt neben den Gleisen eine Bepflanzung mit Sträuchern und Büschen", sagte der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Bäume sollten erst in einem größeren Abstand zum Gleis gepflanzt werden."

Das niedrigere Gehölz habe zwei Vorteile: Zum einen würden umstürzende Bäume weitgehend von den Sträuchern und Büschen aufgefangen. Zum anderen würde durch das Gebüsch ein wertvoller Lebensraum für Insekten entstehen. Der Vorsitzende des Fahrgastverbands forderte, ein Bepflanzungskonzept solle von Bahnbetreibern, Naturschutzbehörden und Fahrgastverbänden gemeinsam erstellt und wenn nötig mithilfe der öffentlichen Hand finanziert werden.

Bahn rollt wieder - aber nicht überall

Zwei Tage nach dem Orkan normalisierte sich der Bahnverkehr in Deutschland weitgehend. Die meisten gesperrten Strecken im Fernverkehr wurden im Lauf des Tages wieder freigegeben, sagte ein Sprecher der Bahn. Zwischen Dortmund und Hamburg gebe es weiter eine Umleitung über Hamm. Auch noch nicht komplett in Betrieb seien Verbindungen zwischen Köln über Kassel nach Leipzig und von Berlin nach Amsterdam. Reisende sind angehalten, sich vor Fahrtantritt zu informieren.

Die Deutsche Bahn hatte am Donnerstag den Fernverkehr aufgrund des Sturmtiefs "Friederike" bundesweit eingestellt und dies mit Sicherheitsrisiken begründet. Man wolle auch vermeiden, dass volle Züge mitten auf der Strecke stehen blieben, weil möglicherweise Bäume im Gleisbett den Weg versperrten, hieß es. Viele Reisende hatten in der Folge in Hotels und Aufenthaltszügen übernachten oder ihre Weiterreise anders organisieren müssen.

Pro Bahn kritisiert Vorgehen der Deutschen Bahn
tagesschau 20:00 Uhr, 19.01.2018, Anna Buch, NDR

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"Totalsperre unnötig"

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" hatte kritisiert, die Totalsperre sei unnötig gewesen: Kein Kunde habe Verständnis dafür, dass die Regional- und Güterzüge fortgesetzt worden seien, nicht aber der Fernverkehr. "Friederike" war der dritte schwere Sturm innerhalb weniger Monate gewesen - vor diesem Hintergrund forderte Verbandschef Naumann die Bahn dazu auf, ein Notfallkonzept für Extremwetterlagen zu erarbeiten.

Insgesamt ist der Deutschen Bahn nach eigenen Angaben ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Mindestens 200 Streckenabschnitte müssen nach Unternehmensangaben repariert werden. Nach Angaben der Bahn werden Bäume zurzeit mindestens sechs Meter links und rechts der Gleise zurückgeschnitten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Januar 2018 um 20:00 Uhr.

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