Deutschland steht bei Einwanderern hoch im Kurs | Bildquelle: dpa

Freizügigkeit und Flüchtlinge Höchste Zuwanderung seit 1992

Stand: 03.09.2015 10:43 Uhr

Nicht nur Flüchtlinge wandern nach Deutschland ein, auch Studierende und Menschen, die hier arbeiten wollen - viele aus der EU. Doch es wandern auch viele ab. Die Differenz heißt Nettozuwanderung: Sie war 2014 so hoch wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr.

Deutschland hat im vorigen Jahr die höchste Zuwanderung seit 1992 verzeichnet. Bis Ende 2014 kamen rund 550.000 mehr Menschen nach Deutschland als wegzogen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. 1,465 Millionen Personen zog es in die Bundesrepublik - fast ein Fünftel mehr als 2013. Gleichzeitig verließen aber auch 914.000 Menschen das Land, eine Zunahme von 15 Prozent.

Die Bilanz aus Fort- und Zuzügen nennen die Statistiker Nettozuwanderung. Sie war zuletzt 1992 höher. Damals wanderten unter dem Strich rund 782.000 Menschen zu.

Die Zuwanderung umfasst sowohl Flüchtlinge als auch Familiennachzug und Menschen, die zur Arbeit oder zum Studium nach Deutschland kommen. Gründe für die hohe Zuwanderung sind die seit Januar 2014 geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit für die EU-Staaten Rumänien und Bulgarien, die wirtschaftliche Lage in Südeuropa und eine spürbar steigende Zahl von Flüchtlingen. So kamen allein aus dem Bürgerkriegsland Syrien um 271 Prozent oder 62.000 mehr Menschen nach Deutschland als wieder wegzogen.

Mehr Deutsche zogen weg

In der Nettozuwanderung sind auch Deutsche berücksichtigt, die wegziehen oder aus dem Ausland zurückkehren. Die Zahl der Zuzüge von Deutschen - dazu zählen Spätaussiedler sowie aus dem Ausland zurückgekehrte Deutsche - blieb mit rund 122.000 Personen gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. 149.000 Deutsche wanderten ab.

Im laufenden Jahr dürfte die Zuwanderung noch höher ausfallen, da die Flüchtlingszahlen in diesem Jahr nochmals deutlich zugenommen haben. Für Arbeitsmarkt und Wirtschaft werten Experten die Zuwanderung positiv: Nur wegen der hohen Zuwanderung ist die Bevölkerungszahl in den vergangenen Jahren nicht geschrumpft.

Darstellung: