Thomas de Maizière | Bildquelle: dpa

Minister in den tagesthemen De Maizière will an die "Datentöpfe"

Stand: 22.03.2016 21:35 Uhr

"Datenschutz ist schön, aber in Krisenzeiten hat Sicherheit Vorrang": Nach den Brüssel-Anschlägen bekräftigt Innenminister de Maizière in den tagesthemen seine Forderung nach einem besseren europaweiten Daten-Austausch. Zudem sah er eine mögliche Verbindung zwischen den Attentätern von Paris und Brüssel.

Als Konsequenz aus den Terroranschlägen in Brüssel hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière seine Forderung nach einem besseren Austausch sicherheitsrelevanter Daten in Europa bekräftigt. "An den Außengrenzen des Schengenraums sind zu viele Lücken", sagte er in den tagesthemen. "Wir brauchen Ein- und Ausreiseregister für den Schengenraum."

Auch sei eine Verknüpfung der bislang getrennten "Datentöpfe" der verschiedenen Behörden in Europa nötig. Der CDU-Politiker stellte klar: "Datenschutz ist schön, aber in Krisenzeiten wie diesen hat Sicherheit Vorrang." Europa sei gemeinsam bedroht, daher sei jetzt auch ein gemeinsamer Kampf gegen den Terrorismus notwendig.

Bundesinnenminister de Maizière, CDU, zur Sicherheitslage in Deutschland
tagesthemen 22:15 Uhr, 22.03.2016

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Das gleiche Netzwerk in Paris und Brüssel?

Einen Deutschlandbezug der Brüsseler Attentate verneinte der Minister. Hier gebe es bislang keine Erkenntnisse. Dagegen deute einiges auf Verbindungen zwischen den Paris-Attentaten im November und den jüngsten Anschlägen in Belgien hin. "Die Art und Weise, wie die Anschläge begangen wurden, spricht dafür, dass es möglicherweise die gleichen Netzwerke sind, möglicherweise ist der Sprengstoff auch in ähnlicher Weise gefertigt worden."

Die Terrorgefahr in Deutschland sei unverändert hoch, sagte de Maizière weiter. Anschläge können nicht ausgeschlossen werden. Die Sicherheitsbehörden täten jedoch alles, um Anschläge zu verhindern.

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