Spezialkräfte der Polizei vor einem Wohnhaus in Chemnitz. | Bildquelle: dpa

Suche nach Terrorverdächtigem Chemnitzer Polizei stürmt weitere Wohnung

Stand: 09.10.2016 17:20 Uhr

Die Polizei in Chemnitz hat im Zusammenhang mit dem gestrigen Anti-Terror-Einsatz eine weitere Wohnung in der Stadt gestürmt. Ein Mann wurde festgenommen. Unterdessen wehrt sich das LKA auch gegen den Vorwurf, beim Großeinsatz gestern geschlampt zu haben.

Der Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz geht weiter. Jetzt stürmte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) eine weitere Wohnung im Osten der Stadt. Dabei wurde ein Mann in Gewahrsam genommen, der mit dem bundesweit gesuchten Jaber Albakr in Kontakt gestanden haben soll. Der Festgenommene werde nun befragt, einen Tatverdacht gebe es bislang nicht, sagte ein LKA-Sprecher dem MDR. Im Rahmen der Ermittlungen prüfe die Polizei alle Kontaktpersonen des gesuchten Albakr.

Polizei Sachsen @PolizeiSachsen
In #Chemnitz, Clausewitzer Str. kam es weiteren Zugriff durch SEK. Es gab Hinweise auf bestehende Kontakte zum Tatverdächtigen.

Unterdessen fehlt von Albakr nach wie vor jede Spur. Der 22-jährige Syrer steht im Verdacht, einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben. In einer Wohnung, die der Gesuchte genutzt hat, wurde gestern hochexplosiver Sprengstoff gefunden. Bei dem Stoff handelt es sich um Acetonperoxid, kurz TATP. Ein Sprengstoff, wie er auch schon bei dem Anschlag in Brüssel eingesetzt worden war. Die Mischung ist laut Polizei gefährlicher als TNT.

Terroralarm in Chemnitz
tagesschau 17:15 Uhr, 09.10.2016, Alexander Teske, MDR

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Polizei warnt vor Gefährlichkeit Albakrs

Das Landeskriminalamt Sachsen warnt vor Albakr: "Wir müssen davon ausgehen, dass die Person gefährlich ist." Seit dem Fahndungsaufruf hat die Polizei in Chemnitz eigenen Angaben zufolge bislang mehr als 80 "ernst zu nehmende" Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Die Ermittler ziehen einen islamistischen Hintergrund der möglichen Attentatspläne in Betracht.

Bereits gestern, wenige Stunden nach Beginn des ersten Großeinsatzes in Chemnitz, konnten Ermittler in der Chemnitzer Innenstadt und am Hauptbahnhof drei mögliche Komplizen des Tatverdächtigen festnehmen. Zwei der Männer befinden sich laut Polizei inzwischen aber wieder auf freiem Fuß. Gegen den dritten Festgenommenen werde wegen des Verdachts der Mittäterschaft ermittelt. Es handele sich ebenfalls um einen Syrer und um den Mieter der Wohnung, in der der Sprengstoff entdeckt worden war, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes Sachsen, Tom Bernhardt.

Jaber Albakr | Bildquelle: www.medienservice.sachsen.de
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Jaber Albakr: Der 22-jährige Syrer ist bundesweit zur Fahndung ausgeschrieben.

Konnte Albakr in letzter Minute fliehen?

Inzwischen wurden auch weitere Details zum gestrigen Großeinsatz der Polizei in der Chemnitzer Plattenbausiedlung im Fritz-Heckert-Gebiet bekannt. Demnach konnte Albakr gestern nur knapp seiner Festnahme entkommen. Als die Einsatzkräfte am Morgen die Evakuierung und Stürmung des Hauses vorbereiteten, sahen sie den Verdächtigen plötzlich am Haus, wie eine Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) bestätigte. Die Polizisten hätten daraufhin einen Warnschuss abgegeben.

Als die Beamten anschließend nichts mehr sahen, seien sie davon ausgegangen, dass der Verdächtige zurück ins Haus geflüchtet sei, sagte die Sprecherin. Doch das war nicht der Fall. Der Verdächtige wurde nicht in der Wohnung angetroffen. Dafür fand man aber mehrere Hundert Gramm des hochexplosiven Sprengstoffs.

Einige sehen in dem fehlgeschlagenen Zugriff ein Versagen der Polizei. Dagegen wehrt sich das LKA. "Es war unklar, ob der Mann Sprengstoff und einen Zünder bei sich hat", sagte LKA-Sprecher Bernhardt. Das bis dahin noch nicht evakuierte Haus hätte auch in die Luft fliegen können. "In so einer Situation können wir kein Risiko eingehen."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Oktober 2016 um 17:15 Uhr.

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