Martin Schulz, SPD | Bildquelle: dpa

CDU attackiert Schulz "Seine Schonzeit ist vorbei"

Stand: 12.02.2017 05:53 Uhr

Die Union arbeitet sich weiter am überraschend populären SPD-Kanzlerkandidaten Schulz ab. Mehrere Unionsspitzen warfen ihm Profillosigkeit vor - der Höhenflug sei bald zu Ende. Schulz selbst spricht derweil vom Wahlsieg.

Die CDU hält dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz Profillosigkeit vor und will den neuen Hoffnungsträger des Koalitionspartners nun härter angehen. "Kein Mensch weiß, wofür der Kandidat Schulz steht", sagte Generalsekretär Peter Tauber der "Welt am Sonntag". Sich bei Twitter und Facebook feiern zu lassen, ersetze kein Programm. Auch Vize-Parteichef Thomas Strobl sagte, Schulz müsse erst klarmachen, für was er und für was die SPD mit ihm steht.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte ein baldiges Ende des SPD-Höhenflugs in den Umfragen voraus. Das sei beim letzten Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück auch so gewesen. "Insofern ist die Entwicklung nicht außergewöhnlich. Außergewöhnlich ist für mich nur das Ausmaß der Erleichterung über den Abgang von Sigmar Gabriel."

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, sagte der Zeitung, ab jetzt müsse Schulz "gestellt werden. Seine Schonzeit ist vorbei. Ich sehe keine Inhalte, kein Konzept, keine Vision für unser Land bei Martin Schulz."

"Vergleich mit Trump hanebüchen"

Gestern hatte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann ungewöhnlich bissige Äußerungen von Finanzminister Wolfgang Schäuble über Schulz zurückgewiesen. Ein Vergleich von Schulz mit US-Präsident Donald Trump sei "hanebüchen und abwegig", sagte Oppermann. "Wenn ein intelligenter Mann wie Herr Schäuble so etwas sagt, dann zeigt das, dass die Not bei der Union groß ist." Auch der scheidende SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, die "Radikalität, Böswilligkeit und die Unterstellungen", die in den USA nicht erst seit der Wahl Trumps üblich seien, "sollten wir hier in Deutschland nicht einkehren lassen".

Schäuble hatte dem "Spiegel" unter anderem gesagt: "Wenn Schulz seine Unterstützer 'Make Europe great again' rufen lässt, dann ist das fast wortwörtlich Trump."

Die SPD ist in den Umfragen stark geklettert und liegt damit so nah an der Union wie seit Jahren nicht. Im aktuellen DeutschlandTrend legte sie um acht Punkte auf 28 Prozent zu. Schulz sagte bei einem Empfang anlässlich der Bundespräsidentenwahl, die SPD sei zu sich selbst zurückgekehrt: "Wir sind die Partei, die auf dem Weg zum Wahlsieg ist."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Februar 2017 um 07:00 Uhr.

Darstellung: