Der Mannschaftsbus des BVB steht mit beschädigten Scheiben am Straßenrand. Polizisten sind im Einsatz. | Bildquelle: REUTERS

Anschlag auf BVB-Team Ermittler finden verdächtige Aufzeichnungen

Stand: 12.05.2017 06:00 Uhr

Sergej W. bestreitet die Tat. Doch nach Recherchen von WDR, NDR und "SZ" sind es Notizen in deutscher und russischer Sprache, die ihn als mutmaßlichen Attentäter auf das BVB-Team nun möglicherweise stärker belasten könnten.

Von Lena Kampf und Georg Mascolo, WDR/NDR

Bei einer Hausdurchsuchung haben Ermittler einen Collegeblock mit verdächtigen handschriftlichen Aufzeichnungen gefunden, die laut Gutachter mit hoher Wahrscheinlichkeit von Sergej W. stammen.

Der 28-Jährige sitzt seit dem 21. April in Untersuchungshaft, weil er aus dem Mannschaftshotel verdächtige Käufe von Put-Optionsscheinen vor dem Spiel des BVB am 11. April getätigt und dabei auf einen Kursrutsch der BVB-Aktie spekuliert haben soll. Zu dem Kursrutsch sollte es durch das Verbrechen kommen. Die Put-Optionsscheine soll er mit einem Verbraucherkredit in fünfstelliger Höhe finanziert haben.

Der Anschlag auf das Team war aus einer Hecke heraus begangen worden, wo der Attentäter drei Bomben mit Metallstiften deponiert hatte. Die Bomben sollen mit Empfangsmodulen ausgestattet gewesen sein, die vermutlich per Handy gezündet wurden.

In den verdächtigen Notizen finden sich Bemerkungen über eine Frequenz, die ein gutes Signal über die Distanz haben könnte. Die Ermittler vermuten, dass Sergej W. vom Fenster seines Hotelzimmers aus auf die Straße geschaut hat, auf der der Bus der Mannschaft unterwegs war. Der Verdächtige ist Elektrotechniker. 

In dem Collegeblock findet sich außerdem das russische Wort für Hecke oder Gebüsch. Und es geht daraus hervor, dass sich der Verfasser intensiv mit dem Verein beschäftigt hat: So findet sich ein Hinweis, der von den Fahndern mit einem öffentlichen Training der Mannschaft Mitte März in Dortmund in Zusammenhang gebracht wird. Bei dem Anschlag am 11. April waren der Spieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt worden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. Mai 2017 um 07:15 Uhr.

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