Karte: Libyen

"Spiegel"-Bericht Deutsche Ausbilder für libysche Soldaten?

Stand: 09.01.2016 12:53 Uhr

Möglicherweise steht der Bundeswehr ein weiterer Auslandseinsatz bevor. Bereits in den kommenden Monaten könnten nach Informationen des "Spiegels" deutsche Soldaten libysche Sicherheitskräfte ausbilden. Das Verteidigungsministerium gab sich zurückhaltend.

Die Bundeswehr erwägt nach einem "Spiegel"-Bericht, libysche Soldaten auszubilden. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf interne Pläne, wonach Angehörige der Bundeswehr gemeinsam mit italienischen Soldaten bereits in wenigen Monaten mit der Mission beginnen könnten.

Aus Sicherheitsgründen solle diese zunächst in Libyens Nachbarland Tunesien stattfinden. Der Einsatz könnte 150 bis 200 Bundeswehrsoldaten umfassen und sich an der Ausbildungsmission für Kurden im Norden des Irak orientieren.

Ministerium: "Zeit der diplomatischen Verhandlungen"

Das Verteidigungsministerium äußerte sich zurückhaltend. "Gegenwärtig ist die Zeit der diplomatischen Verhandlungen und nicht die Zeit, über einen militärischen Einsatz zu spekulieren", sagte ein Sprecher. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte erklärt, dass in Libyen zunächst "der politische Prozess greifen muss". Die Frage eines Bundeswehreinsatzes stelle sich erst, wenn eine libysche Einheitsregierung eine Bitte an die Staatengemeinschaft stelle.

Libyen versinkt seit dem Sturz des Machthabers Muammar al Gaddafi 2011 im Chaos. Zurzeit kämpfen zwei Regierungen um die Herrschaft. Neben zahlreiche militanten Gruppen versucht auch die Terrormiliz "Islamischer Staat", in dem ölreichen Land Fuß zu fassen.

Erst am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf eine Polizeiakademie in Sliten 50 bis 80 Menschen getötet worden. Der IS bekannte sich zu dem Angriff.

Die Bundeswehr bildet im Irak bereits kurdische Peschmerga-Kämpfer aus, die gegen den IS kämpfen sollen. Die Dschihadistenmiliz beherrscht weite Teile im Irak und Syrien, will ihren Einfluss aber in Ländern wie Ägypten oder Libyen ausbauen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 9. Januar 2016 um 23:30 Uhr.

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