Bundesanwaltschaft | Bildquelle: ARD-aktuell

Bundesanwaltschaft Anzahl der Terrorverfahren deutlich gestiegen

Stand: 22.10.2017 04:06 Uhr

Bei der Bundesanwaltschaft steigt die Zahl neuer Terrorismusverfahren weiter an: Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" gab es in diesem Jahr mehr als 900 Fälle, davon mehr als 800 mit Bezug zu radikalem Islamismus - ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2016.

Die Bundesanwaltschaft hat einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge in diesem Jahr bislang mehr als 900 Terrorismusverfahren eingeleitet, darunter mehr als 800 Verfahren mit Bezug zu radikalen Islamisten. Dies bedeute eine weitere Steigerung der Ermittlungsverfahren.

Im vergangenen Jahr habe die Zahl neuer Terrorismusverfahren noch bei 250 gelegen, davon rund 85 Prozent im Bereich Islamismus, schreibt das Blatt unter Berufung auf Generalbundesanwalt Peter Frank. 2013 waren es demnach nur knapp 70 neue Verfahren.

700 islamistische Gefährder

Dabei geht es allerdings bei weitem nicht immer um Anschlagspläne in Deutschland. So können etwa auch Syrer, die in ihrer Heimat für den "Islamischen Staat" (IS) gekämpft haben, wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung belangt werden. Das Bundeskriminalamt zählt dem Blatt zufolge derzeit mehr als 700 islamistische Gefährder in Deutschland.

Die Ankläger beklagen seit Langem eine Überlastung durch die Vielzahl der Verfahren. Anfang des Jahres hatte sich Generalbundesanwalt Peter Frank laut "Spiegel" in einem Brief an die Justizminister der Bundesländer gewandt und um die Entsendung von Staatsanwälten und Richtern gebeten.

Über dieses Thema berichtete am 22. Oktober 2017 die tagesschau um 04:55 Uhr und Deutschlandfunk um 07:00 Uhr.

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