"Tag der Heimat 2015" BdV fordert mehr Empathie für Flüchtlinge

Stand: 30.08.2015 05:31 Uhr

"Vertreibungen sind Unrecht - gestern wie heute", lautete das Motto des Festaktes des Bundes der Vertriebenen. Dazu passend ging es auch um diejenigen, die heute ihre Heimat verlassen müssen. BdV-Präsident Fabritius forderte von den Deutschen mehr Empathie für Flüchtlinge.

Verstärkte Anteilnahme für die Flüchtlinge sollte nach Ansicht des Bundes der Vertriebenen (BdV) eine Lehre aus der Geschichte der Vertreibungen sein. Die Bevölkerung in Deutschland müsse den Flüchtlingen mit offenen Herzen begegnen, forderte BdV-Präsident Bernd Fabritius beim "Tag der Heimat 2015" des BdV in Berlin.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte in seiner Rede, viele Bundesbürger könnten in den Flüchtlingen heute die eigene Familiengeschichte wiedererkennen: "In diesen Menschen spiegelt sich dieselbe Not wieder, die vor 70 Jahren Millionen deutsche Vertriebene erlitten haben." Respektvoller Umgang und Mitmenschlichkeit seien die richtigen Lehren der Geschichte. Vom Bund forderte der SPD-Politiker, "die Asylverfahren so zu beschleunigen, dass die Bleibeperspektive rasch geklärt wird".

"Tage der Heimat" in Berlin
tagesthemen 23:33 Uhr, 30.08.2015, Justus Kliss, RBB

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Fabritius bewertete die Vertreibung Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg und die Lage der Flüchtlinge heute als nicht vergleichbar. Denn heute handele es sich um Menschen mit anderer Sprache und oft auch anderer Religion. Das erschwere die Lage für die Betroffenen und für die aufnehmende Gesellschaft. Gerade deshalb müsse den leidgeprüften Menschen noch mehr Empathie entgegengebracht werden, "als uns und unseren Müttern und Vätern vor 70 Jahren entgegengebracht wurde".

Zugleich forderte Fabritius, zwischen Opfern von Flucht und Vertreibung sowie Menschen zu unterschieden, "die sich selbst meist aus wirtschaftlichen Gründen für eine freiwillige Migration entscheiden".

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