Zuschauer verfolgen das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz | Bildquelle: dpa

Reaktionen aufs TV-Duell "Die haben ja nur mit dem Kopf genickt"

Stand: 04.09.2017 09:08 Uhr

Als Reaktion auf das TV-Duell haben Kanzlerin Merkel und ihr Herausforderer Schulz aus ihren politischen Lagern zwar Unterstützung erhalten. Andere übten dagegen Kritik. Viele waren von der Debatte enttäuscht. Manche sahen aber auch spannende Momente.

Nach dem TV-Duell zwischen der Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel und ihrem Herausforderer, dem SPD-Vorsitzenden Martin Schulz, haben die Generalsekretäre der beiden Parteien die Stärken ihrer Spitzenkandidaten hervorgehoben. CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte, die Menschen hätten Merkel "besonnen, ruhig und bodenständig" erlebt. Sein Kollege von der SPD, Hubertus Heil, sagte, Schulz habe "Kanzlerformat" gezeigt und deutlich gemacht, dass er gestalten wolle, statt nur die Gegenwart zu verwalten.

Zuversicht für Schlussspurt, Schub für Endspurt

Unionsfraktionschef Volker Kauder sieht die Wahl am 24. September nach dem Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten längst nicht entschieden. CDU und CSU gingen nun mit großer Zuversicht in den Schlussspurt, sagte er. Er mahnte jedoch: "Wir wissen aber auch: Die Wahl wird nicht in einem TV-Duell entschieden." Kauder selbst sagte aber, es sei deutlich geworden, "dass Herr Schulz Angela Merkel in dieser schwierigen Weltlage nicht das Wasser reichen kann".

Bundesjustizminister Heiko Maas sieht das völlig anders. Der SPD-Politiker sagte, der Auftritt von Schulz habe seiner Partei Mut gemacht. "Martin Schulz und der gesamten SPD wird das Duell Rückenwind geben." Schulz sei überzeugend, souverän und leidenschaftlich gewesen, sagte Maas. Ein schlichtes "Weiter so" der Kanzlerin reiche nicht.

Hendricks: "Wichtige Themen nicht vorgekommen"

Einen kräftigen Schub für den Endspurt im SPD-Wahlkampf erwartet die sozialdemokratische Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer. Schulz sei "sehr klar in allen Fragen" gewesen, sagte sie. Inhaltliche Kritik am TV-Duell fand sich aber auch in den Reihen der Sozialdemokraten: "Viele Themen, die den Menschen wirklich auf den Nägeln brennen, sind einfach nicht vorgekommen", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks dem ARD-Hauptstadtstudio. Seien es die sichere Rente, Bildung, Kita-Kosten oder die Wohnungsnot. Darauf werde sie in Fußgängerzonen im Wahlkampf derzeit stets angesprochen.

Der Kommentar zum TV-Duell von Rainald Becker, SWR
tagesthemen 22:55 Uhr, 03.09.2017

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Debatte über die Türkei-Politik

Zur Frage, wie ein Kanzler in der Türkei-Politik auftreten sollte, sagte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer der "Passauer Neuen Presse": "Die Bundesregierung muss klare Reaktionen zeigen. Wir können uns nicht auf der Nase herumtanzen lassen." In dieser Frage hatte sich Schulz klar für einen Stopp der EU-Beitrittsgespräche ausgesprochen. Merkel betonte die Notwendigkeit, mit der Türkei zu verhandeln und im Gespräch zu bleiben.

Der CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg wertete Schulz' Auftritt als Bewerbung für das Amt des Außenministers. "Wobei ich auch hoffe, dass die nächste Konstellation keine Große Koalition ist", sagte Guttenberg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel | Bildquelle: dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel ...

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz | Bildquelle: dpa
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und ihr Herausforderer Schulz nach dem TV-Duell.

Linke: Volleyballspiel war spannender

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch fand das Duell nicht so spannend. Deswegen habe er zwischendurch immer wieder zum Volleyballspiel Deutschland gegen Russland gezappt.

Die Bundesvorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, sieht Rechtspopulisten als die eigentlichen Gewinner des Kanzlerduells. Grund dafür sei, dass wichtige Themen wie Pflege und Altersarmut unzureichend oder gar nicht diskutiert worden seien. "Und auch wichtige Zukunftsthemen wie Bildung oder Klimaschutz kamen nicht vor. Das ist wirklich enttäuschend gewesen."

Katja Kipping, Die Linke, über das TV-Duell
Morgenmagazin, 04.09.2017

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Grüne: Merkel sagt nichts zum Klimaschutz

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warf Merkel Unaufrichtigkeit vor. In der Klimapolitik rede sie anders als sie handele, sagte Hofreiter im ARD-Morgenmagazin. Die Kanzlerin lasse die Wähler im Unklaren darüber, wie sie eines der größten Menschheitsprobleme, nämlich den Klimaschutz, angehen wolle und wie sie die Autoindustrie als wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes modernisieren wolle.

Fraktionsvorsitzender der Grünen Anton Hofreiter im Gespräch
Morgenmagazin, 04.09.2017

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AfD: Viel Oberflächliches und Belangloses

AfD-Chefin Frauke Petry kritisierte das TV-Duell als belanglos. "Ich habe trotz überraschend kritischer Fragen der Journalisten noch nie in 90 Minuten so viele Plattitüden und Phrasen auf einen Haufen gehört, so viel Oberflächliches und Belangloses am Stück."

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Frank Brettschneider, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Hohenheim, meint: "Viele Gemeinsamkeiten, wenig Unterschiede. Bestimmt nicht der Start für eine Aufholjagd von Martin Schulz."

Der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler sagte, die Sendung sei "leblos und frei von jeder Überraschung" gewesen. Einzelne spannende Momente gab es aber schon. Etwa als Schulz Merkel mit seiner Kehrtwende in der Türkei-Politik überrumpelte oder sie beim Thema Rente mit 70 provozierte.

Fernsehmoderator Thomas Gottschalk sagte in der ARD-Sendung "Anne Will": "Die haben ja immer beide mit dem Kopf genickt, wenn der andere geredet hat."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 03. September 2017 um 22:55 Uhr.

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