Hintergrund

Stimmzettel zur Bundestagswahl | Bildquelle: dpa

Bundestagswahl 42 Parteien sind dabei

Stand: 21.08.2017 13:31 Uhr

Bei der Bundestagswahl haben die Wähler viele Alternativen. 48 Parteien und Vereinigungen wurden zugelassen, 42 von ihnen treten am 24. September tatsächlich an - wenn sie auch vielfach nicht in allen Bundesländern wählbar sind. Die Liste reicht von traditionsreichen Volksparteien bis zu neuen Parteien mit wenigen Mitgliedern. Ein Überblick.

Bei der Bundestagswahl am 24. September konkurrieren 42 Parteien und Vereinigungen um die Gunst der etwa 61,5 Millionen Wahlberechtigten. Ursprünglich hatte der Bundeswahlausschuss 48 Parteien zugelassen, sechs Parteien treten nach Angaben des Bundeswahlleiters aber aus verschiedenen Gründen letztlich doch nicht zur Wahl an. (Eine Auflistung finden Sie unten im Text). Sie stehen daher nicht auf dem Stimmzettel.

Von den 42 tatsächlich antretenden Parteien und Vereinigungen beteiligen sich die folgenden 34 mit Landeslisten:

ParteiMitglieder*Gründung**wählbar inLink zum Programm
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)430.6831950bundesweit außer in BayernWahlprogramm
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)438.8291863bundesweitWahlprogramm
DIE LINKE (DIE LINKE)58.9101990bundesweitWahlprogramm
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)61.5691980bundesweitWahlprogramm
Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU)142.4121946BayernWahlprogramm
Freie Demokratische Partei (FDP)57.0001948bundesweitWahlprogramm
Alternative für Deutschland (AfD)26.4092013bundesweitWahlprogramm
Piratenpartei Deutschland (PIRATEN)22.4002006bundesweit außer Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-AnhaltWahlprogramm
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)40001964bundesweit außer BerlinWahlprogramm
FREIE WÄHLER (FREIE WÄHLER)2009bundesweitWahlprogramm
PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)13001993bundesweit außer Bremen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Saarland, Rheinland-PfalzWahlprogramm
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)61001981bundesweit außer Bremen, Sachsen-Anhalt, SaarlandWahlprogramm
Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI)24.0872004bundesweitWahlprogramm
Bayernpartei (BP)50001946BayernProgramm
Ab jetzt…Demokratie durch Volksabstimmung; Politik für die Menschen (Volksabstimmung)15001997Nordrhein-WestfalenProgramm
Partei der Vernunft (PDV)3522009SaarlandProgramm
Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)20001982bundesweitWahlprogramm
Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)10001986Bayern, Berlin, Hessen, SachsenProgramm
Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (SGP)2901971Berlin, Nordrhein-WestfalenProgramm
DIE RECHTE (DIE RECHTE)5002012Baden-WürttembergProgramm
Allianz Deutscher Demokraten (keine Kurzbezeichnung)15002016Nordrhein-WestfalenProgramm
Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz (Tierschutzallianz)1302013Baden-Württemberg, Sachsen-AnhaltProgramm
bergpartei, die überpartei; ökoanarchistisch-realdadaistisches sammelbecken (B*)2292011BerlinProgramm
Bündnis Grundeinkommen; Die Grundeinkommenspartei (BGE)2702016bundesweitProgramm
DEMOKRATIE IN BEWEGUNG (DiB)2162017Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, NRW, Sachsen-AnhaltProgramm
Deutsche Kommunistische Partei (DKP)35001968Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, NRWProgramm
Deutsche Mitte; Politik geht anders… (DM)33002013bundesweit außer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-VorpommernProgramm
Die Grauen – Für alle Generationen (Die Grauen)334Neugründung 2017BerlinProgramm
Die Urbane. Eine HipHop Partei (du.)2202017BerlinProgramm
Magdeburger Gartenpartei; ökologisch, sozial und ökonomisch (MG)3602013Sachsen-AnhaltProgramm
Menschliche Welt; für das Wohl und Glücklich-Sein aller (MENSCHLICHE WELT)4602013Baden-Württemberg, Berlin, BremenProgramm
Partei der Humanisten (Die Humanisten)2902014Nordrhein-WestfalenProgramm
Partei für Gesundheitsforschung (Gesundheitsforschung)2015Bayern, Berlin, Nordrhein-WestfalenProgramm
V-Partei³ - Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer (V-Partei³)12002016bundesweit außer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-VorpommernProgramm

*Quelle: Bundeswahlausschuss und Parteien, Basis sind unterschiedliche Stichtage; ** Quelle: Bundeswahlleiter

Acht Parteien nur mit Wahlkreiskandidaten

Außerdem treten folgende acht zugelassene Parteien ausschließlich mit Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten an, also ohne Landeslisten:

- Bündnis C - Christen für Deutschland

- DIE EINHEIT - DIE EINHEIT

- DIE VIOLETTEN - Die Violetten; für spirituelle Politik

- FAMILIE - Familien-Partei Deutschlands

- DIE FRAUEN - Feministische Partei DIE FRAUEN

- MIETERPARTEI - Mieterpartei

- Neue Liberale – Die Sozialliberalen

- UNABHÄNGIGE - UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie

Ohne Landeslisten, ohne Wahlkreiskandidaten

Sechs zur Bundestagswahl eigentlich zugelassene Parteien treten weder mit Landeslisten noch mit Wahlkreiskandidatinnen oder -kandidaten an. Sie stehen daher auf keinem Stimmzettel und sind in keinem Bundesland wählbar. Das sind die "Deutschen Konservativen", das "Zentrum" - die Deutsche Zentrumspartei, die "Gerade Partei" (DGP), die "Republikaner" (Rep), die "Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands" (JED) und die "Transhumane Partei Deutschlands" (TPD).

Reihenfolge auf dem Stimmzettel

Die Reihenfolge der Parteien auf den Stimmzetteln ist auch bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 nicht im ganzen Bundesgebiet gleich. Für jeden Wahlkreis werden eigene Stimmzettel gedruckt, weil in jedem der 299 Wahlkreise unterschiedliche Direktkandidatinnen und -kandidaten antreten. Daraus folgt, dass es 299 unterschiedliche Stimmzettel geben muss.

Inhalt und Aufbau der Stimmzettel sind in Paragraf 30 des Bundeswahlgesetzes festgelegt. Danach werden auf dem Stimmzettel in der linken Spalte - für die Wahl mit der Erststimme - die Direktkandidatinnen und -kandidaten, in der rechten Spalte - für die Wahl mit der Zweitstimme - die Landeslisten der Parteien aufgeführt. Die Reihenfolge ist zunächst nach den Parteien bestimmt, die mit Landeslisten antreten. Ihre Reihenfolge in der rechten Spalte des Stimmzettels richtet sich nach der Zahl der Zweitstimmen, die die einzelnen Parteien bei der letzten Bundestagswahl 2013 in dem jeweiligen Land erzielt haben. Die übrigen Parteien sind in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

Über dieses Thema berichtet das Erste in Sondersendungen am Montag, 21. August 2017 um 23:00 Uhr, Montag, 28. August 2017 um 20:15 und 23:00 Uhr, Sonntag, 3. September 2017 um 20:15 Uhr, Montag, 4. September 2017 um 20:15 und 23:00 Uhr, Montag, 11. September 2017 um 20:15 und 23:00 Uhr, Dienstag, 12. September 2017 um 22:45 Uhr, Montag, 18. September 2017 um 20:15 und 23:00 Uhr und Donnerstag, 21. September 2017 um 22:00 Uhr.

Darstellung: