Gerhard Schröder und Martin Schulz | Bildquelle: dpa

SPD-Parteitag Vorwärts mit Martin und Gerd

Stand: 25.06.2017 18:52 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat Schulz ist beim Parteitag in Dortmund zum Angriff übergegangen und hat die Kanzlerin hart attackiert. Aber Schulz schlug auch leise Töne an. Ermutigung kam von einem, mit dem die Partei es oft schwer hatte - Gerhard Schröder.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

Zehn Minuten stehende Ovationen nach 80 Minuten Rede: Die SPD-Delegierten feiern ihren Kanzlerkandidaten in der Dortmunder Westfalenhalle. Auf den Rängen tragen sie in riesigen Buchstaben eine Botschaft herein: Zeit für Martin. Dabei hat Martin Schulz zwar lange gesprochen, aber selten mitgerissen, und immer wieder eher leise Töne gesucht. Es sei Zeit "für mehr Gerechtigkeit", "für eine innovative Zukunft" und "für ein neues Europa".

Respekt und Gerechtigkeit, das steht im Mittelpunkt seiner Rede. Geradezu begierig hungern die Delegierten nach Angriffslust ihres Kandidaten. Die liefert er erst, als er auf die Kanzlerin zu sprechen kommt. Merkel habe keine Inhalte, sie schläfere ein, und das mit Vorsatz, ruft Schulz in den Genossen zu.

"Wenn das Hauptquartier einer Partei und eine Regierungszentrale das Absinken der Wahlbeteiligung mit System betreiben, mit Vorsatz, aus wahltaktischen Gründen, dann nennt man das in Berliner Kreise vielleicht asymmetrische Demobilisierung. Ich nenne das einen Anschlag auf die Demokratie!"

SPD beschließt Wahlprogramm
tagesthemen 23:15 Uhr, 25.06.2017, Michael Heussen, WDR

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Die Grenze zur Union wird gezogen

Die Union treibe einen Keil in die Gesellschaft, mit Angstmacherei und "Leitkulturgefasel", so nennt es Schulz. Er grenzt sich ab von der Union, zum Beipiel, indem er die Ehe für Alle für jegliche Koalitionsverhandlungen zur Vorbedingung macht. Und der SPD-Kanzlerkandidat macht klar, wo sein Herz hängt, welches sein wichtigstes Thema ist: Deutschland in einem geeinten Europa. Für diese Idee lohne es sich "mit heißem Herzen kämpfen". Und für diese Idee wolle er Bundeskanzler der Bundesrepublik werden.

Für viele der 600 Delegierten in der Dortmunder Westfalenhalle ist das Balsam auf die verunsicherte Seele. "Ganz klar, Programm schlägt Raute", sagt eine Sozialdemokratin, und ihre Nachbarin ist vollends begeistert vom Kandidaten Schulz. Der sei der "perfekte Kandidat" und habe "genau mit dem Pfeil mein Herz getroffen".

Die gute, alte Gerd-Show

Altkanzler Gerhard Schröder | Bildquelle: AFP
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SPD-Altkanzler Gerhard Schröder macht den Delegierten Mut und stärkt ihnen den Rücken.

Und auch ein anderer hat die Zuversicht noch nicht verloren, dass die SPD noch aufholen kann - trotz bis zu 15 Prozentpunkten Rückstand in Umfragen auf die Union: Gerhard Schröder, der als Gast den Genossen Mut machen will. "Nichts ist verloren", ruft der Altkanzler - wenn die Partei in den kommenden Wochen "alle Kräfte" mobilisiere und um jede Stimme kämpfe. "Dann können wir unser Ziel erreichen. Dann können wir es schaffen, die SPD zur stärksten Kraft zu machen."

Gerhard Schröder hat so eine Aufholjagd 2005 geschafft - aber dann doch noch knapp gegen Angela Merkel verloren.  Den Genossen bleibt nicht mehr viel Zeit.

Der SPD-Parteitag ist auch Thema in der Sendung Bericht vom Parteitag um 00:00 Uhr.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juni 2017 um 13:15 Uhr.

Korrespondentin

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Angela Ulrich, RBB

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