ARD-Rechtsexperte Bräutigam "Keine Belege für Täterschaft des Islamisten"

Stand: 13.04.2017 12:18 Uhr

Zur Stunde läuft die Anhörung des verdächtigen Islamisten in Karlsruhe. Doch bislang konnten die Ermittler keine Belege für eine Beteiligung an dem Anschlag auf den BVB-Bus finden. Warum dennoch Haftbefehl beantragt wurde, erklärt ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam.

Dem ARD-Rechtsexperten Frank Bräutigam zufolge haben die bisherigen Ermittlungen zwar keine Belege dafür ergeben, dass der festgenommene Iraker an dem Anschlag beteiligt war. Sie haben aber offenbar etwas anderes ergeben: "Man hat Haftbefehl beantragt, aber wegen anderer Vorwürfe. Der Vorwurf lautet Mitgliedschaft im Islamischen Staat."

Der 26-Jährige soll sich Ende 2014 im Irak der Terrormiliz angeschlossen haben und dort ein Kommando von rund zehn Personen geführt haben, das unter anderem bei der Vorbereitung von Entführungen und Verschleppungen half. Auch, nachdem der Mann nach Deutschland zurückgekehrt war, soll er immer wieder Kontakte zum IS gehabt haben.

Frank Bräutigam, SWR, mit Informationen zum Haftbefehl
tagesschau 12:00, 13.04.2017

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Bekennerschreiben werden untersucht

Derzeit laufe die Anhörung des Verdächtigen. Im Laufe des Tages werde dann voraussichtlich darüber entschieden, ob ein Haftbefehl erlassen wird. Was den Anschlag auf den BVB-Bus angeht, scheinen die Hintergründe derweil weiter unklar zu sein. "Da gibt es keinen ganz neuen Stand. Die Ermittlungen - vor allem in Bezug auf die Bekennerschreiben - laufen auf Hochtouren." Die Schreiben würden derzeit weiter auch von Islamwissenschaftlern untersucht, um zu klären, ob tatsächlich Islamisten dahinter stecken oder eine falsche Fährte gelegt werden sollte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. April 2017 um 12:00 Uhr.

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