Wegweiser zu einer deutschen Arbeitsagentur | Bildquelle: dpa

Vorstoß der Bundesagentur für Arbeit "Blue Card" für qualifizierte Flüchtlinge?

Stand: 18.07.2015 10:51 Uhr

Die Bundesagentur für Arbeit fordert, qualifizierten Flüchtlingen einen leichteren Zugang zu einer Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland zu verschaffen. Dazu solle der Weg zu einer "Blue Card" vereinfacht werden.

Die "Blue Card" zur Anwerbung von Fachkräften von außerhalb der EU sollte nach einem Vorschlag aus der Bundesagentur für Arbeit (BA) auch hochqualifizierten Flüchtlingen zugutekommen. Diese Flüchtlinge sollten mit ihren Familien aus dem Asylverfahren herausgehen können und über die "Blue Card" den Status der zugewanderten Fachkraft erlangen, sagte BA-Vorstand Raimund Becker der "Rheinischen Post".

Akademische Fachkräfte aus dem nicht-europäischen Ausland können seit August 2012 in Deutschland die "Blue Card" beantragen und dann mit ihrer Familie nach Deutschland ziehen. Voraussetzung sind ein fester Arbeitsvertrag, eine abgeschlossenen Ausbildung und ein Mindestgehalt. In Deutschland liegt es derzeit bei 48.400 Euro. Flüchtlinge, die bereits in Deutschland sind, können hier bislang aber keine "Blue Card" beantragen.

"Um einen solchen Antrag zu stellen, müssten sie nach deutschem Recht zunächst zurück in ihr Heimatland, um dort ein spezielles Visum zu beantragen. Wenn sie vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind, ist das eine absurde Vorstellung", bemängelte Becker. Unter den Flüchtlingen befänden sich Hochqualifizierte wie Ärzte und Ingenieure, die auch über eine "Blue Card" nach Deutschland als Arbeitskräfte einwandern könnten. "Für diese Fälle benötigen wir die Möglichkeit zum Spurwechsel", sagte Becker.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Juli 2015 um 09:00 Uhr.

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