IS-Kämpfer im Irak | Bildquelle: picture alliance / abaca

Zahl der Rückkehrer steigt an BKA sieht mehr als 400 IS-Gefährder in Deutschland

Stand: 15.01.2016 14:24 Uhr

Das Bundeskriminalamt zählt mehr Rückkehrer aus den Kampfgebieten der Terrormiliz "Islamischer Staat". Inzwischen gibt es laut BKA-Chef Münch mehr als 400 dieser "Gefährder". Hingegen gehe die Zahl der Menschen zurück, die in Kampfgebiete ausreisen.

Mehr als 400 Menschen, die aus Kampfgebieten der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) nach Deutschland zurückkehren, stellen die Sicherheitsbehörden vor große Herausforderungen. Die Zahl nimmt laut Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamts, zu. Diese Gefährder müssten im Auge behalten werden, erklärte er im ARD-Morgenmagazin. "Wir müssen genau hinschauen, wer von denen desillusioniert ist und deshalb kein Problem mehr darstellt. Und wer eben ein Problem ist", so Münch.

"Europäische Zusammenarbeit verbessern"

Münch sprach sich nachdrücklich dafür aus, die europäische Zusammenarbeit zwischen den Polizeibehörden zu verbessern, um auf die Bedrohungen wirksam reagieren zu können. "Wir brauchen einen engeren Kontakt", forderte er.

Die Zahl der Menschen, die aus Deutschland nach Syrien und in den Irak reisten, um dort möglicherweise für die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" zu kämpfen, geht hingegen laut Münch zurück: "Die Ausreisewelle wird flacher."

Ernstzunehmende Bedrohungslage

Insgesamt gebe es in Deutschland eine ernstzunehmende Bedrohungslage. Das habe sich mit dem Anschlag in Istanbul, bei dem zehn Deutsche getötet worden, aber nicht verändert. Nach Einschätzung des BKA galt dieser Anschlag vor allem der Türkei - mit dem Ziel, den Tourismus zu schwächen.

Holger Münch, BKA-Präsident, im Gespräch mit Christiane Meier
ARD-Morgenmagazin, 15.01.2016

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