Menschenmenge | Bildquelle: ARD-aktuell

Mikrozensus 2016 Mehr Menschen mit Migrationshintergrund

Stand: 01.08.2017 12:11 Uhr

2015 und 2016 kamen ungewöhnlich viele Schutzsuchende nach Deutschland. Das spiegelt sich auch in den neuesten Bevölkerungszahlen wider. Demnach stieg 2016 die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich an.

Seit Jahren wächst in Deutschland die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund. Die Ergebnisse des jüngsten Mikrozensus bestätigen diesen Trend. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.

Demnach verzeichnete diese Gruppe zum fünften Mal in Folge einen neuen Höchststand. 2016 hatten 18,6 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr fällt mit 8,5 Prozent allerdings so stark aus wie nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2005.

Das Bundesamt führt dies vor allem auf die hohe Zuwanderung von Ausländerinnen und Ausländern einschließlich der Schutzsuchenden in den Jahren 2015 und 2016 zurück.

Mehr Menschen aus dem Nahen Osten

Dies spiegelt sich auch ein Einzelzahlen wider. Demnach ist die Zahl der Menschen, die ihre Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten haben, gegenüber 2011 um fast 51 Prozent gestiegen - insgesamt sind es 2,3 Millionen Menschen.

Auch die Zuwanderung aus Afrika hat an Bedeutung gewonnen - rund 740.000 Menschen stehen für ein Plus von rund 46 Prozent gegenüber 2011. Dagegen verliert das Herkunftsland Türkei an Bedeutung. Die wichtigste Herkunftsregion bleibt insgesamt Europa.

Eine Mehrheit hat den deutschen Pass

52 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind Deutsche, 48 Prozent Ausländerinnen und Ausländer. Von den Deutschen mit Migrationshintergrund besitzen 42 Prozent die Staatsangehörigkeit seit Geburt. 25 Prozent sind eingebürgert, 33 Prozent kamen als (Spät-)Aussiedler nach Deutschland.

Unterschiede beim Bildungsstand

Die Daten des Mikrozensus, der größten Haushaltsbefragung in Deutschland, geben auch Aufschluss über die "strukturelle Integration", also zum Beispiel über Unterschiede beim Bildungsstand.

In der Altersgruppe der 25- bis unter 35-Jährigen haben Menschen mit Migrationshintergrund deutlich häufiger keinen Schulabschluss (neun Prozent) als jene ohne Migrationshintergrund (zwei Prozent). Zudem haben Migranten wesentlich häufiger keinen beruflichen Abschluss (32 Prozent gegenüber neun Prozent).

Andererseits erreichen beide Gruppen das Abitur (37 Prozent) und auch akademische Abschlüsse (27 Prozent) im gleichen Umfang.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. August 2017 um 12:00 Uhr.

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