AfD-Politiker Jens Maier | Bildquelle: dpa

Rassistischer Tweet Becker stellt Strafanzeige gegen AfD-Politiker

Stand: 07.01.2018 14:15 Uhr

Nach einem rassistischen Tweet auf dem Account des AfD-Abgeordneten Maier hat Noah Becker Strafanzeige gegen Maier gestellt. Beckers Anwalt forderte Maier außerdem auf, eine Unterlassungserklärung abzugeben, um rassistische Beleidigungen in Zukunft auszuschließen.

Noah Becker, Sohn von Tennislegende Boris Becker, geht nach einem rassistischen Tweet auf dem Account des AfD-Abgeordneten Jens Maier juristisch gegen den Bundestagsabgeordneten vor.

Gegen Maier sei bereits am vergangenen Mittwoch "wegen aller hier in Betracht kommender Delikte" Strafanzeige erstattet sowie Strafantrag gestellt worden, teilte Beckers Berliner Anwalt Christian-Oliver Moser mit. Zudem habe er den AfD-Politiker zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert, "um eine derartige rassistische Beleidigung in Zukunft auszuschließen".

Die für Freitag gesetzte Frist habe der AfD-Politiker aber "ohne jede Reaktion" verstreichen lassen. Daher wolle er zeitnah auch die Zivilgerichte bemühen, erklärte der Anwalt.

Jens Maier und Noah Becker im Porträt | Bildquelle: dpa
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Noah Becker (rechts) stellte Strafanzeige gegen den AfD-Abgeordneten Jens Maier.

Durch rechte Äußerungen wiederholt aufgefallen

Über Maiers Twitter-Account war in der vergangenen Woche über Noah Becker der Satz gepostet worden: "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären." Der Kommentar wurde später gelöscht.

Maier erklärte, nicht er selbst, sondern ein Mitarbeiter habe die Zeilen verfasst. Der Kommentar hatte sich auf ein Interview bezogen. In diesem hatte Noah Becker erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine weiße Stadt, er selbst sei wegen seiner braunen Hautfarbe attackiert worden.

Boris Becker ruft zum Kampf gegen Rassismus auf

Der frühere Tennis-Star Boris Becker hält Maiers Erklärung für unglaubwürdig. In einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag" schrieb er, die Beleidigung seines Sohnes sei keineswegs ein Versehen gewesen: "Das tun sie bei der AfD doch immer, das ist ihre Masche. Irgendetwas in die Welt setzen und sich dann davon distanzieren." Gleichzeitig rief Becker zum Kampf gegen Rassismus auf.

Der AfD-Abgeordnete Maier war in der Vergangenheit wiederholt durch rechte Äußerungen aufgefallen. Das Landgericht Dresden sprach gegen Maier, der dort als Richter wirkt, im vergangenen Sommer einen Verweis aus. Maier habe mit seinen politischen Äußerungen auf Facebook und auf einer AfD-Veranstaltung "dem Ansehen der Justiz allgemein und des Landgerichts Dresden im Besonderen Schaden zugefügt", hieß es zur Begründung.

Die AfD will morgen über den rassistischen Tweet auf Maiers Account beraten.

Über dieses Thema berichtete am 07. Januar 2018 NDR Info um 14:00 Uhr und Deutschlandfunk um 19:00 Uhr.

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