Mit Kerzen und Blumen gedenken Menschen der Opfer der Attacke von Barmbek. | Bildquelle: dpa

Messerattacke in Hamburg Attentäter war Behörden als Islamist bekannt

Stand: 29.07.2017 15:23 Uhr

Der Messerangreifer aus Hamburg war den Behörden als Islamist, aber nicht als Gefährder bekannt. Das bestätigte Innensenator Grote. Der Mann sei zudem psychisch labil gewesen. Die genauen Motive seien unklar.

Der mutmaßliche Messerattentäter von Hamburg ist den Sicherheitsbehörden bekannt gewesen. Es habe Anzeichen für eine Radikalisierung gegeben, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote bei einer Pressekonferenz im Rathaus der Stadt. Der Mann sei als Islamist in die entsprechenden Dateien aufgenommen worden. Man habe ihn aber nicht für einen militanten Dschihadisten, also unmittelbar gefährlich und gewaltbereit gehalten.

Mutmaßlicher Messer-Angreifer von Hamburg war als Islamist bekannt
tagesschau 20:00 Uhr, 29.07.2017, Claudia Drexel, NDR

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Religiöse Motive und psychisch labil

Bei dem Mann gebe es einerseits Hinweise auf religiöse Beweggründe und islamistische Motive, andererseits auch auf eine "psychische Labilität". Die Polizei gehe bei dem Tatmotiv von einer Gemengelage aus und wisse noch nicht, was letztlich den Ausschlag für den Messerangriff gegeben habe.

Derzeit gebe es keine Hinweise auf Hintermänner oder ein Netzwerk. Hierzu seien aber weitere Ermittlungen nötig. "Wir gehen im Moment von einem Einzeltäter, einem zumindest psychisch labilen Einzeltäter aus", sagte Grote. Es müsse nun geprüft werden, ob die Sicherheitsbehörden allen Hinweisen in angemessener Weise nachgegangen seien.

Ausreisewillig und kooperativ

Zur Identität des 26-Jährigen ist bislang bekannt, dass er ein abgelehnter staatenloser palästinensischer Asylbewerber ist, der aus den Arabischen Emiraten stammt. Über Norwegen soll er 2015 nach Deutschland eingereist sein. Er sei ausreisepflichtig gewesen, sagte Grote. Außerdem habe dieser mit den Behörden kooperiert und gegen seinen negativen Asylbescheid keine Rechtsmittel eingelegt.

Noch am gestrigen Tag der Tat habe sich der Mann bei der Ausländerbehörde erkundigt, ob seine Passersatzpapiere eingetroffen seien. Es war damit zu rechnen, dass diese Papiere demnächst eintreffen würden", sagte Grote. Der Verdächtige sei auch willens gewesen auszureisen. Polizeipräsident Ralf Meyer sagte, der Mann sei in dieser Hinsicht eine "fast vorbildhafte Person" gewesen. Er war zudem offenbar nicht vorbestraft.

Debatte über Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern
tagesschau 20:00 Uhr, 29.07.2017, Sabine Rau, ARD Berlin

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Messer erst im Supermarkt gegriffen

Der Mann hatte am Freitagnachmittag einen Supermarkt im Stadtteil Barmbek betreten, sich dort ein Messer gegriffen, aus der Verpackung gerissen und wahllos auf Kunden eingestochen. Anschließend flüchtete er aus dem Geschäft. Ein 50-Jähriger starb. Laut Grote gab es sieben weitere Opfer, die zum Teil schwer verletzt wurden, aber inzwischen außer Lebensgefahr sind. Zeugen verfolgten den mutmaßlichen Täter, der schließlich mit Hilfe der Polizei überwältigt werden konnte.

Gegen den Angreifer soll nun wegen Mordes und fünffachen versuchten Mordes ein Antrag auf Haftbefehl gestellt werden. Ob dies aber letztlich geschehe, sei wegen der psychischen Auffälligkeiten noch offen, sagte Jörg Fröhlich von der Staatsanwaltschaft.

Einsatz im Flüchtlingsheim

In der Nacht durchsuchten Beamte eine Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Langenhorn. Dort soll der 26-jährige Tatverdächtige gelebt haben. Ob dabei Hinweise gefunden worden, gab die Polizei nicht bekannt.

Dank an mutige Helfer

Am Nachmittag besuchte Innensenator Grote gemeinsam mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz den Tatort und legte Blumen nieder. "Das ist ein ganz schmerzhafter Moment für uns alle." Er sei sehr stolz auf die Hamburger, die sofort geholfen hätten.

Bereits gestern hatte sich Scholz bestürzt über die Attacke geäußert. Bei dem Täter handele es sich offenbar um einen Mann, "der Schutz bei uns in Deutschland beansprucht und dann seinen Hass gegen uns gerichtet hat".

Hunderte gedenken mit Schweigeminute

Kanzlerin Angela Merkel drückte ihr Mitgefühl aus: "Ich trauere um das Opfer der grausamen Attacke. Seinen Angehörigen gilt mein tiefes Mitgefühl. Den Verletzten wünsche ich vollständige Genesung der körperlichen und seelischen Wunden." Die Gewalttat müsse und werde aufgeklärt werden.

Zuvor hatte bereits Bundesinnenminister Thomas de Maiziere gesagt, die "schreckliche Attacke trifft unsere Gesellschaft". In der Hamburger HafenCity hielten Bischöfin Kirsten Fehrs und die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank eine Schweigeminute für die Opfer ab. An dem Gedenken auf den Magellan-Terrassen nahmen mehrere Hundert Menschen teil.

Mithilfe erbeten

Zur Aufklärung der Tat hat die Polizei um Mithilfe gebeten. Auf Twitter wies sie auf ein entsprechendes Portal hin, das die Beamten dafür aktiviert haben. Darauf können selbst erstellte Videos und Fotos des Tatgeschehens hochgeladen werden. "Bitte nur eigenproduzierte Bild- und Videodateien heraufladen", bat die Polizei.

Für allgemeine Hinweise sollten sich Zeugen an eine Polizeidienststelle in der Nähe wenden, in dringenden Fällen sei die Notrufnummer 110 zu wählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juli 2017 um 12:55 Uhr.

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