Ex-Gesundheitsminister geht zur Allianz Daniel Bahr - der nächste Seitenwechsler

Stand: 30.09.2014 14:31 Uhr

Daniel Bahr | Bildquelle: dpa
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Verdient sein Geld künftig bei einer Privaten Krankenversicherung: Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).

Der frühere FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr wechselt von der Politik zur Allianz-Versicherung. Der 37-Jährige werde zum 1. November Generalbevollmächtigter bei der Allianz Private Krankenversicherung (APKV), teilte das Unternehmen mit. Dort soll er sich um die Bereiche Leistungsmanagement und zentrale Vertriebskoordination kümmern. Außerdem soll Bahr nach seiner Einarbeitung in den Vorstand berufen werden.

Zwischen 2011 und 2013 war er Bundesgesundheitsminister und damit zuständig für die Belange der privaten Krankenkassen. Damals hatte sich Bahr für den Erhalt des zweigliedrigen Versicherungssystems stark gemacht. Außerdem hatte sein Ministerium den sogenannten Pflege-Bahr entwickelt - eine private Zusatzversicherung für die Pflege, die auch von der Allianz angeboten wird. Mit dem Ende der schwarz-gelben Koalition verlor der studierte Volkswirt den Posten, er arbeitete danach für ein US-Beratungsinstitut.

Die Vereinigung LobbyControl kritisierte den Wechsel Bahrs zur Krankenversicherung und forderte die Bundesregierung auf, per Gesetz Karenzzeiten für den Wechsel in die Wirtschaft einzuführen.

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Überblick: Von der Bundesregierung in die Wirtschaft

Daniel Bahr

Der ehemalige Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat einen neuen Job: Seit November 2014 ist er als Manager für die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) tätig. Bahr war zwischen 2005 und 2009 gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Als Gesundheitsminister entwickelte er den sogenannten Pflege-Bahr - eine private Zusatzversicherung für die Pflege, die auch von der Allianz angeboten wird. | Bildquelle: dpa

Bahr: "Werde nicht als Lobbyist arbeiten"

Bahr selbst verteidigte seinen Jobwechsel. "Es wäre ja eher verwunderlich gewesen, wenn ich jetzt für die Automobilindustrie arbeiten würde, wo ich mich nicht auskenne", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Bahr betonte, dass er nicht als Lobbyist tätig sein werde, sondern sich um die Verträge kümmern werde, welche die Allianz mit Ärzten und Kliniken abschließe. "Mein Schreibtisch ist in München, meine Aufgabe ist es, Verantwortung im Unternehmen zu übernehmen und nicht, politische Entscheidungen zu beeinflussen". Die Karenzzeit zwischen seinem Ausscheiden aus dem Ministeramt und dem neuen Job ist aus seiner Sicht "hinreichend".

Seitenwechsel von Politikern in die Wirtschaft haben immer wieder für Diskussionen gesorgt. Zuletzt wurden vor allem der ehemalige Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) und Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) kritisiert. Niebel wechselt zum Rüstungskonzern Rheinmetall, Pofalla zur Deutschen Bahn.

Karenzzeit: Streit um Pflege-Bahr
D. Riemer, ARD Berlin
30.09.2014 16:30 Uhr

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