Flüchtlinge warten vor einer Behörde in Berlin, um Asyl zu beantragen. | Bildquelle: AP

Zahlen vom September 164.000 Mal Bitte um Asyl

Stand: 07.10.2015 17:44 Uhr

Im September sind in Deutschland 164.000 neue Asylsuchende registriert worden - ein sprunghafter Anstieg. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge kam aus Syrien. Die Zahl der eingegangenen Asylanträge lag allerdings deutlich niedriger.

Die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Aufnahme von in Ungarn gestrandeten Flüchtlingen hat die Zahl der Einreisen nach Deutschland deutlich in die Höhe schnellen lassen. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, wurden im September fast 164.000 Asylsuchende neu registriert. Das waren mehr als anderthalb Mal so viele wie im August. Mehr als die Hälfte der Registrierten - rund 85.500 - kam aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

Von Jahresbeginn bis Ende September seien etwa 577.000 Asylsuchende registriert worden, so das Ministerium. Davon kommen knapp 198.000 aus Syrien. Die Zahlen stammen aus dem so genannten Easy-System, mit dem Behörden die neu eingereisten Flüchtlinge auf die Bundesländer verteilen. Das Ministerium verwies allerdings darauf, dass die Angaben wegen möglicher Fehl- und Doppelerfassungen von Flüchtlingen nicht exakt seien.

38 Prozent der Asylanträge wurden anerkannt

Deutlich geringer als die Zahl der neu angekommenen Flüchtlinge fiel die Zahl der Asylanträge aus: rund 43.000 waren es im September. Grund für die Differenz zwischen Ankömmlingen und Anträgen ist, dass in der Regel einige Zeit vergeht, ehe ein Flüchtling nach seiner Ankunft einen Asylantrag einreicht. Durch den Andrang erhöht sich zudem die Dauer. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist es aber immer noch eine Steigerung von 126 Prozent.

Eine Steigerung gab es bei den bearbeiteten Asylanträgen: So entschied die zuständige Behörde im September über 23.000 Anträge. Dies waren rund 166 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Knapp 38 Prozent der Antragssteller wurden als Flüchtling anerkannt.

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