Asylbewerber in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Zirndorf (Archivbild 2014) | Bildquelle: dpa

Zahlen der Bundesregierung Asylbewerber selten ausreisepflichtig

Stand: 10.05.2018 04:48 Uhr

Abschiebungen werden momentan intensiv debattiert - Zahlen der Bundesregierung zeigen aber: Nur sehr wenige Asylbewerber sind ausreisepflichtig. Sie kommen meist aus Europa.

Nur ein kleiner Teil der Asylbewerber, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, dürfte sich hier nicht mehr aufhalten. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion waren zum Stichtag 31. März nur 24.212 der rund 1,68 Millionen Ausländer, die seit 2013 einreisten und einen Asylantrag stellten, "vollziehbar ausreisepflichtig". Das sind knapp 1,5 Prozent.

Die meisten von ihnen stammen demnach aus Albanien, Serbien, dem Kosovo, Mazedonien, Russland und Bosnien-Herzegowina.

Hinzu kommen den Angaben zufolge rund 9200 Menschen, die zwar am Stichtag auch kein Aufenthaltsrecht und keine Duldung besaßen, bei denen die Ausreisepflicht aber noch nicht in das Ausländerzentralregister eingetragen wurde.

Abgelehnte Asylsuchende bei der Ausreise | Bildquelle: dpa
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Die meisten Ausreisepflichtigen kommen vom westlichen Balkan.

900.000 mit Schutzstatus, Aufenthaltserlaubnis oder Duldung

Von den Geflüchteten, die seit 2013 eingereist sind und immer noch in Deutschland leben, erhielten etwa 700.000 einen Schutzstatus, weil sie verfolgt sind oder an Leib und Leben bedroht sind. Knapp 200.000 Ausländer erhielten eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Duldung, etwa aus humanitären oder familiären Gründen.

Die Innenpolitikerin Ulla Jelpke von der Linkspartei sagte, angesichts der relativ geringen Zahl von Ausreisepflichtigen sei die aktuelle "Abschiebungshysterie" nicht nachvollziehbar.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Mai 2018 um 04:58 Uhr.

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